Von Königsbrunn zum Kö: Endlich werden die Pläne zur Linie 3 konkreter

Seit Langem richtungsweisend: Schon beim Bau der Endhaltstelle wurden Schienen gen Süden, nach Königsbrunn, gelegt. (Foto: Thomas Hosemann)
Symbolisch liegen schon seit dem Bau der Endhaltestelle „Inninger Straße“ der Straßenbahnlinie 3 Schienen Richtung Königsbrunn. Bis zum geplanten Endpunkt „Königsbrunn Zentrum“ sollen diese ersten Anfänge in den nächsten Jahren endlich verlängert werden. Schon seit Jahrzehnten ist eine Anbindung von Königsbrunn an das Augsburger Verkehrsnetz geplant, die Trasse dafür wurde extra freigehalten.

Einige Interessierte beugen sich über die Streckenpläne, die auf einer Informationsveranstaltung der Stadtwerke Augsburg ausliegen. Die Besucher sind froh darüber, dass die Königsbrunner nun Anschluss erhalten sollen – endlich. Und umgekehrt: „Zum Einkaufen nach Königsbrunn zu fahren wäre schon mal interessant“, sagt Barbara Nadler. „Dann kann man mal zum Kaffee nach Königsbrunn fahren“, begrüßt auch Holger Kohlsche die Anbindung an die größte Stadt im Augsburger Landkreis.
Eine halbe Stunde soll die Fahrt von Königsbrunn bis zum Königsplatz künftig dauern. Eine Verlängerung um 4,6 Kilometer ist hierfür nötig, entlang der neuen Strecke sind sechs Haltestellen geplant.

Einige Haunstetter merken jedoch an, dass noch viele Dinge offen sind, die die Umsetzung verzögern können. Denn bis die erste Straßenbahn fahren kann, stehen noch einige offizielle Planungsschritte aus.
Das Einreichen der Pläne sei für das kommende Jahr vorgesehen, erklärt Dorothee Schäfer von den Stadtwerken. Diese müssten anschließend im Planfeststellungsverfahren von der Regierung von Schwaben bewilligt werden. Dann findet eine offizielle Ausschreibung statt, wenn die Planung verfeinert und das Baurecht erteilt ist. Ab Baubeginn, mit dem im Jahr 2019 gerechnet werden kann, seien anderthalb Jahre Bauzeit bis zur Fertigstellung der Strecke kalkuliert.

Einige Anwohner bleiben aber skeptisch, ob sie bald mit der lange geplanten Linie 3 von Königsbrunn Richtung Innenstadt fahren können. „Vielleicht dann in fünf, oder zehn – oder auch erst in 40 Jahren“, nimmt Reinhard Rausch die bisherige Wartezeit mit Humor. Er selbst wäre gerne noch in seiner Zeit als Bereitschaftspolizist mit der Straßenbahn gefahren, mittlerweile ist er pensioniert. Doch nun profitiert seine Frau, die in Augsburg arbeitet, vielleicht noch von der Verlängerung.

Auch Alexander Lendle arbeitet in Augsburg, momentan pendelt er. „Öffentlicher Nahverkehr ist immer von Vorteil. Er hilft, dass weniger Autos auf der Straße unterwegs sind, das ist immer gut“, sagt er – wenn die Straßenbahn tatsächlich kommt, würde vermutlich auch er sein Auto stehen lassen.

Dieser Aspekt war vielen Anwesenden wichtig: Weniger für Autos planen, stattdessen die Bedürfnisse von Anwohnern und vor allem Fahrradfahrern berücksichtigen. „Ich bin dafür, dass die Postillonstraße zurückgebaut wird für Fußgänger und Radfahrer“, fordert Siegfried Ernst. Doch die Postillonstraße, die viele Königsbrunner als schnellen Radweg zur Uni nutzen, ist nicht Teil der Planungen der Stadtwerke. Die richtige Adresse für Beschwerden und Änderungsvorschläge sei die Regierung, nicht die Stadtwerke, erklärt Schäfer.

Die Anwesenden fragen sich auch, was die Straßenbahn für die Zukunft der Busverbindungen in Haunstetten bedeutet. Immerhin fährt die Linie 3 in Zukunft auch Haltestellen an, die momentan durch Busse abgedeckt werden. „Es wird auf jeden Fall weiter ein Busnetz geben“, beruhigt Schäfer. Im Bau der Straßenbahn sieht sie eine Chance, das Buskonzept neu zu planen: „Das ist lange überfällig.“ Schließlich gehe es darum, mehr Bürger zu erreichen.
Der Schnellbus 740 wird allerdings wegfallen, da die Straßenbahn schneller sei: Im 15-Minuten-Takt soll die Anbindung mit der Straßenbahn erfolgen, jedes dritte Fahrzeug soll an der bisherigen Endhaltestelle ausscheren und nach Königsbrunn fahren.

Der ehemalige Stadtrat Heinrich Bachmann, der die Planungen zur Verlängerung der Linie 3 seit Jahren kennt und verfolgt, findet gut, „dass endlich was passiert. Ich freue mich für die Königsbrunner, die so lange auf die Tram gewartet haben.“ Er ist zuversichtlich, dass die Straßenbahn planmäßig fertig wird.
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