Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe Kontroversen - Philosophie: Akademisierung versus berufliche Bildung

Wann? 22.02.2018 17:00 Uhr

Wo? Zeughaus, Filmsaal, Zeugpl. 4, 86150 Augsburg DE
Augsburg: Zeughaus, Filmsaal | Der Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften bleibt ungebremst, wenn auch in den vergangenen Jahren die berufliche Bildung vernachlässigt wurde. Ein Bildungssystem muss sich an der Vielfalt von Begabungen, Interessen, Berufs- und Lebenswegen und an den Bedingungen der Lebenswelt orientieren: Kulturelle Traditionen, ökonomische Bedingungen, biographische Muster, die Verteilung der Verantwortung auf unterschiedliche Bildungsträger differieren weltweit erheblich, der aufgebaute Homogenisierungsdruck droht diese Form der Diversität zu beschädigen und damit kulturelle Identitäten, aber auch ökonomische Erfolgsfaktoren in den einzelnen Ländern in Mitleidenschaft zu ziehen. Ich empfehle nicht nur Deutschland, sondern auch anderen Ländern mehr Bildungsstolz, mehr Selbstgewissheit, mehr Zukunftsvertrauen. Nur wer zutiefst verunsichert ist, sucht in der Anpassung sein Heil.

Zur Person
Julian Nida-Rümelin gehört neben Jürgen Habermas und Peter Sloterdijk zu den renommiertesten Philosophen in Deutschland. Er hat sich in den letzten Jahren intensiv mit Bildungsfragen befasst und dazu drei Bücher publiziert: Philosophie einer humanern Bildung (2013), Der Akademisierungswahn: Zur Krise beruflicher und akademischer Bildung - sowie das Gesprächsbuch zusammen mit dem Erziehungswissenschaftler Klaus Zierer erschienenes Buch Auf dem Weg in eine deutsche Bildungskatastrophe - Zwo¨lf unangenehme Wahrheiten (2015). 2013 stieß er mit einem Interview in der FAZ die Diskussion über die zunehmende Akademisierung an.
Er lehrt Philosophie und Politische Theorie an der LMU München. Er ist Honorarprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin, ord. Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste und der Akademie für Ethik in der Medizin.
Für fünf Jahre (1998-2002) wechselte Nida-Rümelin in die Kulturpolitik, zunächst als Kulturreferent der Landeshauptstadt München, dann als Kulturstaatsminister im ersten Kabinett Schröder.
Seine letzten Buchpublikationen: Die Optimierungsfalle - Philosophie einer humanen Ökonomie (2015), Humanistische Reflexionen (2016) und "Über Grenzen denken: eine Philosophie der Migration" (2017)
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