Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe Widerstand "Literatur"

Wann? 09.03.2017 17:00 Uhr

Wo? Zeughaus, Filmsaal, Zeugpl. 4, 86150 Augsburg DE
Augsburg: Zeughaus, Filmsaal | Konzepte des Widerstands in der deutschsprachigen Literatur - Von den 60er Jahren bis zur Gegenwart
Die deutschsprachige Literatur entwickelt in den Jahrzehnten nach dem Naziregime und der Restaurationsphase in den 50er Jahren ganz eigene Konzepte des Widerstandes. Wenn die gesellschaftlichen Umwälzungen der 1960er Jahre als globales und europäisches Phänomen zu verstehen sind, ist dies auch die Perspektive des Vortrags. Widerstandsbewegungen in der Literatur gehen nicht nur mit der Vorstellung eines Machtbegriffs einher, sondern auch mit einer Zeitdiagnose. Was läuft in der Gesellschaft falsch? Wogegen wird Widerstand geleistet? Die Perspektive auf die 60er Jahre muss eine doppelte sein, rückwärtsgewandt auf die Aufarbeitung der Verbrechen im Nationalsozialismus, aber ebenso mit dem Blick auf die herrschenden Verhältnisse. Schriftsteller wie bspw. Erich Fried prangern in ihren Gedichten den Vietnamkrieg an und wenden sich explizit gegen autoritäre Herrschaftsformen. Enzensberger solidarisiert sich mit der europäischen Studentenbewegung. Der in den 70er Jahren verfasste Roman "Die Ästhetik des Widerstands" von Peter Weiß wird zu einem Meilenstein der Literatur, da hier inhaltliche und ästhetische Vorstellungen von Widerstand Hand in Hand gehen. Dem Vortrag soll die These voranstehen, dass auch in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur der Wille zum Widerstand in der Literatur ungebrochen ist und somit Traditionslinien nachzeichenbar werden.

Matthias Krumpholz ist seit 2014 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Vergleichende Literaturwissenschaft / Europäische Literaturen an der Universität Augsburg tätig. Zuvor war er Stipendiat der Robert Bosch Stiftung und Lektor an der Weltsprachenuniversität in Taschkent / Usbekistan. Dort hat er neben seinem Unterricht in deutschsprachiger Literatur Projekte durchgeführt - wie z. B. ein Theaterprojekt zu Brechts Dreigroschenoper, die Organisation einer Sommeruniversität in Kirgisistan oder einer nationalen Germanistikkonferenz in Usbekistan. Seinen Master hat Matthias Krumpholz in Hildesheim absolviert mit Schwerpunkt "Bildungsmanagement an Hochschulen in Osteuropa und China".
Sein Interesse an der Weitergabe der deutschsprachigen Literatur und Sprache in Ländern des Ostens zeigt sich bereits an einem DAAD - Stipendium und einem Auslandspraktikum am Goethe-Institut in Budweis / Tschechien während des Studiums der Germanistik, Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Augsburg.
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