Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe Widerstand "Medizin"

Wann? 09.02.2017 17:00 Uhr

Wo? Zeughaus, Filmsaal, Zeugpl. 4, 86150 Augsburg DE
Augsburg: Zeughaus, Filmsaal | Resilienz - psychische Widerstandskraft
Resilienz umschreibt die individuelle Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen für Entwicklungen zu nutzen. Häufig wird Resilienz auch als "psychische Widerstandsfähigkeit" interpretiert. Manche Menschen bleiben trotz ausgeprägter Belastungen gesund oder symptomfrei oder erholen sich vergleichsweise leicht von Störungen, während andere unter vergleichbaren Bedingungen besonders anfällig sind. Resilienz kann somit als ein positiver Gegenpol zur Vulnerabilität betrachtet werden. Dabei geht es vor allem um eine relative Widerstandsfähigkeit gegenüber pathogenen Umständen und Ereignissen, die über die Zeit und über Situationen hinweg variieren können. Resilienz meint also eine flexible situationsangemessene psychische Widerstandsfähigkeit. Dabei weist das Konzept der Resilienz starke Bezüge zum Salutogenese-Konzept auf und steht für eine verstärkte Hinwendung zu Fragen der psychisch gesunden Entwicklung und damit für eine Fokussierung auf protektive anstelle von krankmachenden Faktoren. Im Hinblick auf psychiatrische Erkrankungen im engeren Sinn, z. B. affektive oder schizophrene Psychosen, aber auch Sucht- oder Angsterkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen wird seit Jahrzehnten das Stress-Vulnerabilitätskonzept diskutiert, das sowohl eine Vielzahl von genetischen Faktoren als auch konkrete Umweltfaktoren umfasst. Der Vortrag soll in verständlicher Form Grundlagen und Empfehlungen aus der Resilienzforschung aus psychiatrischer Sicht illustrieren.

Priv. Doz. Dr. med. Thomas Messer studierte Humanmedizin in Frankfurt. Anschließend Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie an der Psychiatrischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München. Weitere Stationen: Bezirkskrankenhaus Augsburg und seit 2010 als Chefarzt der Danuviusklinik Pfaffenhofen. Schwerpunkte seiner Tätigkeit: Akut- und Langzeitbetreuung von Patienten mit Schizophrenie, affektiven Erkrankungen und Persönlichkeitsstörungen, Supervision in der Kriseninterventionsstation und der Notaufnahme, Koordination von Wissenschaft und Forschung. Seine klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte: Psychopharmakologie, Arzneimittelsicherheit, Verlaufs- und Versorgungsforschung, Psychosen, (bipolar)-affektive Störungen, Notfallpsychiatrie. Die Mitgliedschaften von Dr. Messer reichen von der DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde) über die DGBS (Deutschsprachige Gesellschaft für Bipolare Störungen) bis zur DÄVT (Deutschen Ärztlichen Gesellschaft für Verhaltenstherapie). Seine Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis schlägt sich in zahlreichen Veröffentlichungen in Zeitschriften und mittlerweile 2 Buchveröffentlichungen nieder.
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