Waffenstillstand im Theaterstreit

Der heftige Streit um die anstehende Generalsanierung des Theaters Augsburg hat sich allem Anschein nach beruhigt. Nachdem nun offiziell fest steht, wer die Bürgerbeteiligung als externe Moderatoren begleiten wird, melden sich auch die Kritiker zu Wort: Sie sind zufrieden. Foto: Archiv

Der heftige Streit um die anstehende Generalsanierung des Theaters Augsburg hat sich allem Anschein nach beruhigt. Nachdem nun offiziell fest steht, wer die Bürgerbeteiligung als externe Moderatoren begleiten wird, melden sich auch die Kritiker zu Wort: Sie sind zufrieden.

Unter dem Eindruck der immensen Sanierungskosten, zwischenzeitlich waren mehr als 200 Millionen Euro im Gespräch, hatten sich im Mai rund 50 Kritiker mit einem Offenen Brief an OB Kurt Gribl gewandt: Ihre zentrale Forderung war ein sofortiger Planungsstopp, eine Bürgerbeteiligung an baulicher und inhaltlicher Planung und alles möge transparent ablaufen. Ihre Ziele sehen die Unterzeichner nun offenbar als erfüllt an. In einer erneuten Presseerklärung schreiben sie, dass sie sich nach den Gesprächen mit der Stadtspitze und der von einer Findungskommission beauftragten Moderatorengruppe aus Bastian Lange, Tina Tadow und Patrick Föhl in wesentlichen Punkten in ihren Forderungen bestätigt fühlten. "Die politische Verantwortung für das Theaterprojekt ist jetzt klar definiert, die Planungsschritte werden transparent auf der städtischen Homepage kommuniziert. Es besteht Übereinstimmung im zentralen Punkt eines mindestens sechsmonatigen Moratoriums verbunden mit einem Stopp des weiteren Planungsprozesses und gleichzeitiger Durchführung eines moderierten, qualifizierten Bürgerbeteiligungsprozesses mit nationalem Expertendiskurs", so die Presseerklärung.

Die Hoffnungen der Sanierungskritiker sind jetzt groß. Nach ihrem Willen sind "die Ergebnisse des Beteiligungsverfahrens und der Expertenauskünfte Bestandteil einer dann neuen umfassenden Überplanung in baulicher und konzeptioneller Hinsicht". Ein endgültiger Beschluss zum Theaterneubau könne im Stadtrat erst nach Abschluss dieses Diskursprozesses fallen, mahnen die Kritiker. "Dabei berufen wir uns auch auf die Empfehlungen der beauftragten Gruppe Lange/Tadow/Föll, dass der ergebnisoffene Beteiligungsprozess sowohl die Bauphase 1 (Sanierung Großes Haus) als auch die Bauphase 2 (Neubauten) einschließt."

Ganz richtig ist das nicht, denn für das Große Haus laufen die Planungen weiter. Hier ist die Stadt ohnehin in ein sehr enges Korsett aus Denkmal- und Brandschutz gezwängt. So sieht es auch der Grundsatzbeschluss des Stadtrats aus dem Juli vor: "Zur Konkretisierung der vorliegenden Planungen der ,Generalsanierung Großes Haus' (Bauteil I) ist die Erweiterung der erteilten Beauftragungen der Fachplaner um die Leistungsphase 3 (Entwurf) erforderlich. Die entsprechenden Vergabebeschlüsse sollen zeitnah dem Bauausschuss vorgelegt werden", heißt es im Beschluss.

Ausgenommen vom Denkmalschutz ist aber etwa das Foyer. Dazu stellte Kulturreferent Thomas Weitzel jüngst klar, dass hier eventuelle Verbesserungsvorschläge aus dem Beteiligungsprozess noch mit eingearbeitet werden müssten. Die Planer seien darüber informiert.

Ob sich also alle Hoffnungen der Sanierungskritiker erfüllen werden, muss sich im Laufe der Diskussion erweisen. Der Beteiligungsprozess beginnt jedenfalls nach Auskunft der Stadt im Oktober und ist insgesamt auf etwa fünf Monate angelegt. Wann und wie die Bürger sich einbringen können, ist noch nicht klar.
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