Walter Mixa wird Referent

Der frühere Augsburger Oberhirte übernimmt seelsorgerische Aufgaben im neuen Burnout-Zentrum. Im Kloster stehen dafür sieben Vortragsräume, fünf kleine und zwei große, sowie 30 Betten zur Übernachtung bereit.

Die Nachricht sorgte bei vielen Bürgern in Altomünster und Umgebung für Aufregung. Mehreren Pressemeldungen zufolge soll der frühere Augsburger Oberhirte Walter Mixa im Kloster Altomünster Referent eines neuen Burnout-Zentrums werden. Wie Schwester Apollonia, Priorin des Birgitten-Klosters Altomünster, bestätigte, wird der 74-Jährige Teil einer theologischen Abteilung. "Entsprechend seines Alters wird er aber sicher nicht ständig Vorträge halten", schränkt die Priorin ein, die mit Mixas Vergangenheit kein Problem hat. "Viele Anschuldigungen gegen ihn haben sich im Nachhinein in Luft aufgelöst und als falsch erwiesen. Er wurde Opfer einer Hetzkampagne."

Bereits seit dem 1. Juni werden auf der Internetseite des Burnout-Centrums mit Sitz in Landsberg am Lech Seminare rund um das Thema Burnout-Prävention angeboten. Im Kloster stehen dafür sieben Vortragsräume, fünf kleine und zwei große, sowie 30 Betten zur Übernachtung bereit. "Dass Leute bei uns übernachten, gab es schon früher. Für das neue Angebot haben wir aber die Gelegenheit genutzt, das Gästehaus und die Küche zu renovieren", so die Priorin.

Aktuell gibt es noch drei Schwestern im Kloster, eine davon lebt in einem Altenheim in München. Das soll sich aber bald ändern. "Seit Kurzem haben wir eine Kandidatin, die sich hoffentlich für die Ordensarbeit bewähren wird. Zwei weitere kommen im Juli dazu. Und seit Ende April werden wir von einer Schwester eines anderen Ordenszweigs unterstützt", blickt Priorin Apollonia zuversichtlich in die Zukunft. Durch die Zusammenarbeit mit dem Burnout-Centrum erhofft sie sich eine Belebung des Klosters - von dem auch der Markt Altomünster profitieren soll. "Zum Kochen und Putzen werden wir wohl ein bis zwei Leute einstellen. Das Catering der Seminarteilnehmer kann eine hiesige Metzgerei übernehmen", so die Schwester, die bereits seit 24 Jahren im Kloster Altomünster ist.

Intensiv beworben werden die Seminare bereits seit Anfang des Monats. Anfragen habe es bislang viele gegeben, allerdings noch nicht genügend Buchungen, wie Geschäftsleiterin Ulrike Ditz auf Nachfrage mitteilte. "Der Ort eignet sich aus energetischer Sicht optimal", so die Gesundheitspädagogin.

Angeboten werden ausschließlich Seminare, die den Richtlinien der katholischen Kirche entsprechen, sprich keine fernöstlichen Methoden.

Dabei reicht das Spektrum von Vorträgen zum Thema Stressfaktor Elektrosmog oder physikalische Gefäßtherapie zum Preis ab 15 Euro bis zu mehrtägigen Seminaren zur Verbesserung der Körperwahrnehmung und zur Stärkung der Meridiane, Kostenpunkt: 400 Euro.

Der emeritierte Bischof Walter Mixa soll als kirchlicher Seelsorger die Arbeit der Fachreferenten unterstützen. Mixa, der als Stadtpfarrer von Schrobenhausen Heimkinder geschlagen und Gelder der Heimstiftung veruntreut haben soll, trat 2010 von seinem Amt als Augsburger Oberhirte zurück.

Inzwischen lebt er in Gunzenheim im Bistum Eichstätt, ist wieder in der Seelsorge tätig und hält zahlreiche Vorträge. Der Kontakt zu ihm kam laut Schwester Apollonia über den befreundeten Geistlichen Jörg Johannes Fehlner zustande. Er ist persönlicher Referent Mixas und wird unter der Internetseite des Burnout-Zentrums als Direktor geführt.

Walter Mixa wurde hier anfangs unter der Rubrik Seminarleiter an erster Stelle genannt, dann aber wieder von der Homepage gelöscht. "Das hat aber nichts mit den Medienberichten zu tun. Wir wollten nur Missverständnisse vermeiden", so Ditz.

Altomünsters Altbürgermeister Konrad Wagner von der Laiengruppe Fratres et Sorores ab extra erklärte, die Gruppe stehe der Personalie Mixa völlig neutral gegenüber. "Walter Mixa wird sich lediglich um Priester und Kirchen-Angestellte, die von Burnout bedroht sind, kümmern. Solange das Kloster darunter nicht leidet, sind wir nicht dagegen", so Wagner. Ihm sei wichtig, dass das Kloster durch das Burnout-Centrum wirtschaftlich unterstützt werde.
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