Was wird aus dem Kuka-Hochhaus?

Der Mietvertrag für das Firmengebäude von Kuka im Gersthofer Hery-Gewerbepark läuft 2015 aus. Er wird von Kuka nicht verlängert. Die Mitarbeiter ziehen ins neue Augsburger Technologiezentrum um. Für den Eigentümer des Gewerbeparks und den Verwalter geht es nun darum, eine neue Nutzung für Hochhaus zu finden.

Die Gerüchte kursierten bereits seit langem. Nun ist es offiziell: Der Industrie-Roboterhersteller Kuka verlässt das imposante zehnstöckige Hochhaus plus Nebengebäude im Hery-Gewerbepark. Grund dafür ist das Ende 2015 fertig gestellte neue Entwicklungs- und Technologiezentrum des Unternehmens am Standort Augsburg. Dort sollen dann alle Kapazitäten des Konzerns gebündelt werden und auch die rund 200 Mitarbeiter der Gersthofer Zweigstelle ein neues Domizil finden.

Kuka wurde in Gersthofen 2003 heimisch. Damals reagierte das Unternehmen auf das große Wachstum der KUKA Roboter GmbH mit dem Bau eines Schulungszentrums, um Anwender gezielt für den Umgang mit Robotern zu trainieren. Mit diesem College baute Kuka die Kapazität bis zu 8000 Anwender pro Jahr aus. Die Altus Real Estate GmbH & Co. KG im südhessischen Erzhausen, Eigentümer des Hery-Parks, stellte das infrastrukturell hervorragend erschlossene Gelände bereit und fungierte als Investor.

Der Grundstein zu dem Bau wurde im August 2002 gelegt. Schon Mitte 2003 fand die erste Schulung im Gebäude statt. Der Schulungsbereich belegt mit rund 4000 Quadratmetern den Hauptteil des Komplexes. Im Herbst 2015 ist damit Schluss.

Die Gersthofer Zweigstelle mit College, Marketing, Vertrieb und Service zieht ab der zweiten Jahreshälfte 2015 schrittweise in das neue Entwicklungs- und Technologiezentrum um. Das Unternehmen feierte dazu im April die Grundsteinlegung. Auf einer Gesamtfläche von knapp 39 000 Quadratmetern entsteht in der Augsburger Zugspitzstraße ein sechsstöckiges Bürogebäude, durch das 800 Arbeitsplätze entstehen und mit einem Showroom, modernen Testflächen und einem Konferenzbereich ausgestattet wird.

Die Investition in den Standort Augsburg mit seinen rund 3000 Mitarbeitern sei eine klare Investition in die Zukunft, betonte der Vorstandsvorsitzende der Kuka AG, Dr. Till Reuter. Neben der Roboterproduktion und dem Anlagenbau befindet sich in der Fuggerstadt auch die Forschung und Entwicklung. Ende 2015 soll das rund 60 Millionen Euro teure Entwicklungs- und Technologiezentrum in Betrieb gehen.

Neue Nutzung für das Hochhaus finden


Mit rund 9000 Mitarbeitern auf fünf Kontinenten ist Kuka einer der weltweit führenden Anbieter von Robotern sowie Anlagen- und Systemtechnik. Seit der Gründung vor mehr als 100 Jahren steht das Unternehmen für Innovationen im Maschinen- und Anlagenbau. Kuka-Roboter sind heute in sämtlichen deutschen und fast allen europäischen Automobilwerken im Einsatz, so auch bei Daimler-Chrysler in Rastatt, wo 380 Roboter zum Punktschweißen für die A-Klasse eingesetzt werden. Auch im Jahr 2014 ist Kuka ein guter Start gelungen. Insgesamt erzielte der Konzern im ersten Quartal Auftragseingänge in Höhe von 615,2 Millionen Euro. Im Vergleich mit dem Vorjahresquartal bedeutet dies einen Anstieg um über 27 Prozent und einen neuen Quartal-Spitzenwert.

Für den Eigentümer des Gewerbeparks und den Verwalter, die Freo Financial & Real Estate Operations GmbH in Frankfurt am Main, geht es nun darum, eine neue Nutzung für Hochhaus und das dreigeschossige Nebengebäude zu finden. Doch das dürfte sich nicht allzu schwierig gestalten. Experten verweisen in diesem Zusammenhang auf das gut erreichbare Areal, das direkt an der Autobahn sowie der Bundesstraße B2 und B17 liegt.
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