Weihnachtsgschichdle Teil 2 / Wortschätzle 86 - Weihrauch und Myrrhe - "do drvo wirsch ned satt"

Dia Heilige drui Kenig hend sich sagrisch schwer doa, de reachde Weag zom Erleser zom finda. (Foto: Peter Berens)
Ir kennds Eich no erinnra, wia d’ hochschwangre Maria ond dr Seppi auf dr Veschba bei am mords Sauweddr und Schnea ind hendre Stauda nausgfahra send und se dann in so am schebsa Schupfa ihr Buzzele aufd Weld brochd hod?

D’Maria ond dr Seppi ham mit irem Kendle die erschde Deg in dem labbriga Holzvrschlag ganz ruhig vrbrochd. Reizoga hod dr Wind durch elle Breddrriza, gfrora hend se wiad Schneidr, abr dr Seppi hod fr Feirholz ond a bissle Brodzeid gsorged. A bissle gmiadlich hend ses scho ghed, wenns Fuir gloschdred hod. Drweil hod d’Maria s Buzzele, s Jesuskendle, gschdilled ond gwiggled.

Mid dr Rua wars bald vorbei

Mid dr Rua wars bald vorbei, denn so viele hends Buzzele sea wolla, Baura, Hirda und viele Leid send komma, dia do dussa lebed. Au drui seldsame, raagwirdschafdede ond vrrubfde Gschdalda send in deane Deg drussa rumgoischdred. Also dia drui hend sich scho lang vor dr Niedrkumfd aufn Weag gmached, weil eane irgendwer frzähld hod, dr Heiland, dr Erleser sodd da auf d’Weld komma, da danna, da wo se a bsondrer Stera hifiera sodd. Ond sie hams globd, hend Koffr pagged ond send losmarschiered, gridda ond gfahra’ von irgendwo hendrm Middlmeer send se los, do henda ausm Oriend odr aus Afrika, dr Kaschbar, dr Melchior ond dr Balthasar.

Dr eu von deana Mandr war scho a weng a Sondrling, isch er doch dadsächlich aufm Kamel drher komma – des warn dann au dia ganz große Stapfa em Schnea, falls se oinr in den Stauda gsea hed, des war koi Stauda-Yeti, denn den gaids ned. Zom Kamel: Luschd auf dia Reise hods koine ghed, des hod ma gmergd, weil es hod so d’Lädsch na ghenged.

Landkarda hend se blos uralde drbei ghed

Midm Zeld wared se onderweags, gschdridda hend se wiad Rohrschbatza ond Besabindr ibr da reachde Weag: „Nach rechts“, „Nein, links“, „Nein, gerade aus über den Hügel geht der Weg, den uns der Stern zeigt.“ „Landkarda hend se blos uralde drbei ghed, dia hod ma heidzdag ja eh nemme. A Navi hend se au kois ghed, als ob se gwussd häbed, dass en de hendre Stauda, do wo se grad no Fuchs ond Has guad Nachd saged, eh koi Indrned ned duad. Abr midm Stera wars scho a weng broblemadisch, ondrdags sigsch eam eh ned am Himml ond obeds wars meischd bewelgd, deswega send die drui ofdmoals em Greis glaufa ond hend sich a paar Moal verirred. Ond au bei deane drui hods ghoißa: „Gang Du vora, du hosch de greschde Stiefel a.“

Und de ledschde Reisadeg hend se nix zom Lacha ghed. Diaf in de Staudadäler send se rumgirred, dief em Schnea send se gschdabfed, so viel Schnea hods herghaued, sagramend, do war kaum a Durchkomma nia ned meglich, ned amoal dr Schneabfluag hods gschaffed. Ond vor laudr hohe Beim war au nix mea vom Stera zom Sea. Drweil hädden se doch so pingdlich sei wolla zur Geburd vom Jesuskendle am 24. Dezember, ond jedzd wars scho dr 6. Januar. An zaluggada Schofhird, der scho beim Buzzele gwea war, hend se dann endlich droffa, der hod eane dann dr Weag zoiged: „Ganged hald do dr Huggl nauf.“ „Wat het hej segget?“, fragte Kaspar. „Irgendwas mit ’gehen’ und ’halten’!“, meinte Melchior. Balthasar jedoch war nun total konfus und schüttelte irritiert den Kopf: „Sollen wir nun gehen oder anhalten? Ich verstehe die Schwaben einfach nicht!“. Aber irgendwann hend se dann doch des Hiddale gsea, wo dr Heiland seine ersdchde Deg vrbrochd hod, mit am schwacha Lichdle drin vom Lagrfuir ond ra Funsl. Also pingdlich zur Niedrkumpfd wared se ned akomma, abr d’ Maria war froh dribr, noch dr anschdrengenda Geburt no a baar Deg Rua zom Ausgruba ghabd z’haba. War eh scho gnua Bsuach in de ledschde Deg da.

Kurz vor deam Schupfa hend dia drei dann a Peisle eiglegd ond graschded. Dia vrgammelde Reiseglamodda hend se ra doa, in de Koffr hend se ihr guads Häs drbei ghed ond dann adoa. Jedzd hod ma gsea, dass des ned bloß so drhergloffne Lumpa wared, se hen alle drei Grona aufgsedzd, lange edle Gwändr aghed ond sen in ihrem guada Gschloif im diafa Schnea bis zur Hidde hochgschdabfd. Dr Schnea ging eane hoch bis zom Fidla.

„Heidanei, Mare, do kommed scho wiedr welche zom Kendle aluaga“, hod dr Seppi sei Maria vorgwarnd.

„Momend – wer send ui? Wo kommedr denn her?“, hod se dr Seppi gfroged, der soddige Leid no nia drvor gsea hed, und hod sich deane in dr Weag gschdelled – er hod auf sei gloine Familie scho reachd aufbassed.

„Wir sind drei Weisen aus dem Morgenland“, erklärten sie in gebrochenem Deutsch. Ausgschaud hend se scho a weng gschbassig: D’Schnea- ond Eisglumba sen dene am Gwand ghenged ond bei oim ischd Gron a weng schebs gsessa, vrmudlich war se a bissle zgroß ond verrudschd – vielleichd war se vom Vaddr gerbd.

„Wir wollen den Erlöser sehen"

„Sagglzemend, des ko a jedr saga! Sendr Fremde, Reigschmegde odr Zuagroisde? Was welled uisi denn do?“, ond dr Seppi hod sich mit seine läbbische Bruschdmuschgla aufbluschdred ond ins Zeig gschmissa, als ob’r dr breudeschde Dirsteher von Augschburg wär. A weng san die drui Weise scho vrschrogga, wared se doch noch deam aschrengenada, strabaziesa Aneweag miad ond vrfrora.

„Wir wollen den Erlöser sehen“, meinten die drei Könige. „Des wellad elle“, hod dr Seppi gsaid ond als se gmeund hend, se hebad au Gschengla drbei, hod dr Schwob em Seppi zom denga anfangd ond se reiglossa ins Hiddele – denn Gschengla send nia schleachd.

Gold, Weihrauch und Myrrhe hend se drbei ghed ond vorm Buzzele higschdelled, des se ibr alle Bagga angrinsed hod. „Was fir a Zuig dia drherschlepped, wenn’s wenigschdens was zom Essa gwea wär“, hod dr Seppi dr Maria zuagflischdred ond an a warme Leberkässemml dengd. Er hod au brav drzua grinsed.

Dia drei Herra ausm Morgaland hend a mords Freid ghed

„Vom Gold kenn mer ons ja no was kaufa, bloß Schbarkass hod edzd koine mea auf ond deam Dandler em Dorf, ders alde Zahgold koffd, dem drau i ned! Abr was mach mer mit deam andra duira Glomb? Do drvo wirsch ned satt!“, said dr Seppi zu seim Wei. Ond dia hod dann gmeund, dr Bäckr hod sicher ned gnua Rausgeld en dr Schublad, wenn a Brod drmit kaufschd ond mit am Badza Gold zahla mechdsch.
Abr dia drei Herra ausm Morgaland hend a mords Freid ghed. Nach ra Stund war d’Maria miad, dr Bua isch ead wora, hod gschria, Hungr ghed ond d’Windl war randvoll. Dr Seppi hod dia drui Fremde dann nauskomblemendiered, jedzd war deane drui abr au wiedr a weng warm. Am nägschda Dag durfdens nomml komma.
Als dr Schnea langsam gschmolza war, hod dr Seppi sei alde Veschba wiedr rausghold ond sei kloine Familie drmit hoim gfahra, ohne zom Wissa, was noch elles Guads, Seldsams ond Schlimms auf se zukomma sodd.

Ond des alles bloß, weils Buzzele dr Heiland, dr Erleser isch. D’Maria hod sich no ofd dra erinnred, wia ra dr Engl damoals im Garda gsaid hod: „Des Kendle machd dr da Heilige Goischd, da mergsch nix. Du wirsch da Erleser aufd Weld bringa.“ Ond so wars ja au, sisch komma, wias dr Engl soddigs Moal im Gärdle dr Maria brofezeid ghabd hod.
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