Weltbild-Filialen: Käufer meldet Insolvenz an

Am Mittwoch hat die Lesensart Rüdiger Wenk GmbH Insolvenz angemeldet. Wenk hatte im Frühjahr 67 Weltbild-Filialen gekauft. Foto: Tabitha Assner

Rüdiger Wenk, der Anfang des Jahres 67 Weltbild-Filialen gekauft hat, hat am Mittwoch Insolvenz angemeldet. Einige Läden haben bereits dicht gemacht. Angestellte hatten bereits zuvor schwere Vorwürfe erhoben.

Erst Anfang März hatte Rüdiger Wenk den Zuschlag zur Übernahme der 67 Weltbild-Zweigstellen erhalten. Mit seiner Gruppe "Lesensart", die im nordrheinwestfälischen Ahaus sitzt, schwebte ihm unter anderem eine Art Franchise-Nehmer-Modell für die Filialen vor. Dieses sah wohl so aus, dass den Filialleitern die Läden förmlich aufgedrängt worden waren - und zwar zu überteuerten Preisen. So schrieben es 350 Angestellte in einem Offenen Brief, in dem sie beklagten, "Lesensart" wolle die Filialen nicht betreiben, sondern schnellstmöglich loswerden.

Der Plan ist am Mittwoch endgültig gescheitert, im Ruhrpott sind bereits in ersten Geschäften die Lichter ausgegangen.

Filialen von heute auf morgen leergeräumt

Die Münsterland-Zeitung berichtet, dass "Lesensart" zuletzt einige seiner Filialen von heute auf morgen leergeräumt hätte. In Dortmund habe ein "Weltbild-Ausräum-Team" den Laden übernommen. Die fünf Mitarbeiter seien bei vollem Gehalt freigestellt worden.

"Unser Atem reicht mindestens zwei Jahre", hatte ein Berater von Wenk der Süddeutschen Zeitung in einem Interview im März gesagt. Nun kümmert sich ein Betriebswirt aus Recklinghausen um die Lesensart Rüdiger Wenk GmbH - er wurde zum Insolvenzverwalter bestellt.

von lib
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