Weniger Asylanten in Aichach-Friedberg werden es nicht

Dankesfeier im Kreisgut in Aichach für die rund 200 Freiwilligen, die sich für Asylanten einsetzen, ihnen helfen, alltägliche Dinge in der Fremde zu erledigen und Deutsch zu lernen.

Für die Menschen die außer ihrem Leben nichts retten konnten, sind sie oft der erste Lichtblick um in einem fremden Land, einem neuen Kulturkreis mit einer unbekannten Sprache Fuß zu fassen und ein neues Leben zu beginnen. Das wäre ohne die Hilfe vieler Freiwilliger schwer denkbar. Aus etwa 20 Nationen kommen die bisher 350 Asylbewerber, die im Laufe der vergangenen zwei Jahre im Landkreis Zuflucht gefunden haben. Nur durch den großen Einsatz der ehrenamtlichen Helfer ist es überhaupt möglich, den vielfältigen Nöten und Bedürfnissen so gut als möglich zu begegnen. Rund 200 Freiwillige waren zum Dank für ihre Unterstützung von der Ausländerbehörde im Landratsamt und der Freiwilligenagentur ins Aichacher Kreisgut eingeladen.

Der Auftakt der Feier wurde durch eine Bayerische Brotzeit und von einer aus Asylbewerbern bestehenden Trommelgruppe gestaltet. Ehrenamtliche, Ausländerbehörde im Landratsamt, Freiwilligenagentur und weitere Asylsuchende gestalteten ein kleines, unterhaltsames Programm. Im weiteren Verlauf des Abends wurden viele Erfahrungen ausgetauscht, aber auch Diskussionen zu den verschiedenen Bereichen geführt. Landrat Christian Knauer erinnerte an die anfängliche Ablehnung in seinem Heimatort Unterwittelsbach, in dem die erste Asylunterkunft für etwa 75 Personen geschaffen wurde. Fast die Hälfte der Einwohner sprach sich durch eine Unterschriftenaktion gegen die Aufnahme aus. Doch nun lobte Knauer ausdrücklich das insgesamt hohe Maß an Akzeptanz der Einheimischen gegenüber den Neulingen.

Innerhalb von kurzer Zeit fand sich eine ganze Reihe von Asylhelfern, die sich in die verschiedensten Bereiche eingebracht haben: Deutschkurse, Arztbesuche, Behördengänge und Einbindungsversuche in das Leben des neuen Wohnortes sind nur einige der Hilfen, die angeboten werden. Allerdings sei die Arbeit der Asylbetreuer laut Matthias Schopf-Emrich, Leiter des Referats Migration beim diakonischen Werk Augsburg, nicht immer leicht. Es koste viel Zeit und sei mit Enttäuschungen und Abschieden verbunden. Aus seiner langjährigen Erfahrung in der Flüchtlingsarbeit kenne er die Grenzen des ehrenamtlichen Engagements. Diesbezüglich empfahl er den Helfern, die Beziehung zwischen ihnen selbst und den Asylsuchenden eindeutig zu klären, wenn nötig mit fachlicher Unterstützung.

Die Freiwilligenagentur im Landratsamt hat unter der Leitung von Stefanie Kratzer das Projekt „Engagiert für Asylbewerber“, ein kostenfreies Schulungsprogramm mit zunächst vier Terminen, erarbeitet und wird zwischen Mai und Juli über interkulturelle Kommunikation und Methoden informieren. Ein Leitfaden mit allem Wissenswerten im Umgang mit Asylbewerbern soll den Betreuern bei der Flüchtlingsarbeit helfen und sie unterstützen.

Abschließend appellierte Knauer an die Gäste, sich auch weiterhin so engagiert einzubringen, damit der Landkreis auch künftig die anstehenden Herausforderungen in diesem Bereich meistern könne: „Weniger werden diese in absehbarer Zeit wohl nicht, aber wenn weiterhin so viele Personen an einem Strang ziehen, schaffen wir das!“
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