Wer hat Platz für Flüchtlinge?

Bischof Konrad Zdarsa hat in einem Brief an alle Pfarreien im Bistum Augsburg erneut darum gebeten, die Möglichkeiten zur Unterbringung von Flüchtlingen zu prüfen.

"Uns alle bewegen in diesen Tagen die Bilder von erschöpften und hilflosen Flüchtlingen, Mütter mit ihren Kindern, die oft auf ihrem Weg nach Europa schon viel Schlimmes erleben mussten. Diese Menschen brauchen unsere Hilfe als Christen", schreibt Bischof Konrad an alle Pfarrer, Pfarrgemeinderatsvorsitzenden und Kirchenpfleger. Gerne schließe er sich dem Appell des Papstes Franziskus an. Auch die Bistumsverwaltung prüfe intensiv, wo es noch räumliche Kapazitäten gebe, die für diesen Zweck bereitgestellt werden könnten. Bereits im Jahr 2013 hatte Generalvikar Harald Heinrich erstmals die Pfarreien angeschrieben und um eine Prüfung möglicher Immobilien gebeten.

Bischof Konrad lobte zudem das vielfältige Engagement der Gläubigen in der Flüchtlingsarbeit. "Die Hilfsbereitschaft - auch in vielen Pfarrgemeinden - unseres Bistums ist groß, an vielen Stellen sind Ehrenamtliche, Frauen und Männer, engagiert und setzen sich für die Flüchtlinge und deren Wohl ein."

Insgesamt sind derzeit in etwa 30 kirchlichen Einrichtungen - Gebäude der Diözese, Pfarreien, Orden, Träger der Jugendhilfe - auf dem Bistumsgebiet rund 540 Flüchtlinge untergebracht. Darunter sind auch 268 Jugendliche, die meisten davon ohne Begleitung Erwachsener. Weitere 430 Plätze befinden sich derzeit in Planung.

In vielen Pfarreien des Bistums gibt es ehrenamtliche Initiativen und Helferkreise zur Betreuung und Begleitung von Flüchtlingen. Dies wird auch von Verbänden wie dem Kolpingwerk oder dem Katholischen Landvolk mitgetragen. Das Landvolk hatte bereits vor einem Jahr einen Preis ausgeschrieben zur Prämierung vorbildlicher Projekte zum Thema "Asyl, Flüchtlinge im ländlichen Bereich"; Kolpingsfamilien bieten Deutschkurse und Kinderbetreuung an.

Das Bistum Augsburg hat im Doppelhaushalt 2015/2016 für die Instandsetzung von Objekten zur Unterbringung von Flüchtlingen einen Sonderetat in Höhe von drei Millionen Euro aufgelegt. Zudem stellt die Diözese dem Diözesan-Caritasverband in diesem und im kommenden Jahr insgesamt 800 000 Euro zur Verfügung, um dem stark angestiegenen Beratungs- und Begleitungsbedarf Asylsuchender zu entsprechen.
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