Westernsänger Fred Rai bei Ausritt ums Leben gekommen

Fred Rai ist tot. Der Gründer des Dasinger Erlebnisparks Western-City und Intendant der Süddeutschen Karl May-Festspiele hat am frühen Freitagabend während eines Ausritts den Notärzten zufolge einen Schlaganfall erlitten. Er verstarb noch an der Unglücksstelle an den Folgen des Schlaganfalls. Fred Rai wurde 73 Jahre alt.

Wie die Polizei berichtet, war Fred Rai mit seiner Lebensgefährtin auf einem Ausritt im Waldstück Neuholz. Als sie vor einem Hindernis umdrehen mussten scheute vermutlich das Pferd. Fred Rai stürzte vom Pferd und blieb bewusstlos am Boden liegen. Vor Ort befanden sich ein Notarzt und ein Rettungshubschrauber, es konnte aber nur noch der Tod von Fred Rai festgestellt werden.

Die Polizei geht von einem Unglücksfall aus.


Als jüngster von fünf Buben erblickte Fred Rai am 27. November 1941 in Ellwangen das Licht der Welt. Bekannt wurde er nicht nur als Westernsänger, der seine Lieder stets vom Rücken seines Pferdes „Spitzbub“ aus präsentierte, sondern auch als ausgewiesener Pferdekenner und Experte für Psyche und Verhaltensweise dieser Tiere. Dass seine Methode, wie der Mensch zum Leittier seines Pferdes wird, unter dem es sich sicher und geborgen fühlt, inzwischen mehrfach wissenschaftlich bestätigt worden ist, war für ihn „Krönung seines Lebenswerks“.

Seit annähernd 50 Jahren beschäftigte er sich mit Pferden und hat ihre Psyche und Verhaltensweise studiert. Dank seiner gründlichen psychologischen Ausbildung entdeckte er dabei das reiche Gefühlsleben der Pferde, ohne das ein soziales Verhalten der Tiere nicht möglich ist. Er war der Erste, der vor mehr als 20 Jahren in seinem Buch „Ohne Peitsche, ohne Sporen“ darüber berichtete, dass Pferde keinen Schmerzschrei haben.
Fred Rai gründete den Europäischen Pferdeschutzbund und die Bundesvereinigung für Rai-Reiten, zu der mittlerweile zahlreiche Ausbildungsstätten in ganz Deutschland und im benachbarten Ausland zählen. Hier wird der von ihm entwickelte, schmerzfreie und gebisslose Reitstil gelehrt - und sein Vermächtnis damit weiter geführt.

Fred Rai war nie einer der Stillen im Land gewesen. Es gab keinen öffentlichen Auftritt für ihn, ohne auf den fehlenden Schmerzschrei der Pferde hinzuweisen. Für seinen unermüdlichen Einsatz für einen artgerechten Umgang mit Tieren erhielt er unter anderem die Verdienstmedaille des Deutschen Tierschutzbundes.
Neben den Tieren gehörte seine Liebe der Musik. Eine fundierte Klavier-, Gitarren- und Gesangsausbildung bildete die Grundlage für sein künstlerisches Schaffen. Er unterhielt sein Publikum als Westernsänger auf seinem berühmt gewordenen Pferd „Spitzbub“ in weit mehr als 7000 Auftritten und in über 150 Fernsehshows. Mit der Gründung seines Erlebnisparks Western-City 1980 erfüllte sich Fred Rai einen Kindheitstraum.
Dieser Traum wird weiter leben, wenn in der kommenden Woche am 1. Mai die neue, wenn auch andere Saison in Western-City starten wird.

Zum festen Bestandteil seiner Westernstadt gehören seit elf Jahren auch die Süddeutschen Karl May-Festspiele, die in diesem Jahr am 27. Juni beginnen. In den Stücken mimte er meist den Bösewicht, was er auch heuer bei „Der Schatz im Silbersee“ geplant hatte. Zur Eröffnung der Saison im vergangenen Jahr sagte Fred Rai: „Ich wünsche mir, dass die Süddeutschen Karl May-Festspiele selbst dann noch die Menschen in ihren Bann ziehen werden, wenn auch ich, wie die Helden von Karl May, längst durch die ewigen Jagdgründe reite“.

In seinem jüngsten Buch „Wiedersehen im Paradies“ beschäftigte sich Fred Rai ausgiebig mit der Vergänglichkeit des Lebens. Dabei betonte er stets, dass sein Buch weder Beweis für ein Leben nach dem Tode sein soll, noch sein kann, aber dass aus „wissenschaftlicher, logischer und aus Sicht der Religionen“ vieles dafür spricht, dass sich liebgewonnene Menschen und auch Tiere am anderen Ende der Regenbogenbrücke eines Tages wieder sehen.
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