Wie es mit Ledvance weitergeht: Ilse Aigner in Augsburg - IG Metall will weiter kämpfen

Auch heute ruft die IG Metall die Mitarbeiter von Ledvance noch einmal zur Kundgebung gegen die drohende Schließung auf. Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und Oberbürgermeister Kurt Gribl (Bild unten) führen Gespräche im Hintergrund. Fotos: Klaus Rainer Krieger/ Kristin Deibl

Augsburg - Transparenz war das Schlagwort der gestrigen Gespräche zur drohenden Schließung des Augsburger Ledvance-Standortes. Die Stadt Augsburg hatte die Unternehmensführung des Lampenherstellers, die IG Metall, den Betriebsrat und die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner zu einem Runden Tisch geladen, um über die Zukunft des Unternehmens zu diskutieren. Die Geschäftsführer haben sich in den Gesprächen dazu bereit erklärt, Einblick in die Unterlagen des Standortes zu gewähren.

Es sei ein wichtiges Gespräch gewesen, sagte Aigner während einer Pressekonferenz im Anschluss an den Runden Tisch. Der Betriebsrat habe seine Optionen darlegen können. "Die Unternehmensleitung teilt die Meinung der Betriebsräte nicht. Die Optionen sollen dennoch weiter geprüft werden. Dabei stehen die Staatsregierung und die Stadt begleitend zur Seite, auch weiterhin." Konkreter wurde die Wirtschaftsministerin in ihrer kurzen Ansprache nicht.

Die Geschäftführer von Ledvance hätten zugestimmt, Transparenz zu schaffen, erklärte der Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl anschließend. Das Unternehmen wolle die Zahlen für den Standort offen legen. Nun sei es aber wichtig, dass alle Beteiligten auch weiterhin im Gespräch bleiben.

Michael Leppek, Erster Bevollmächtigter der IG Metall, äußerte sich deutlich euphorischer und weiterhin kämpferisch: "Für mich ist heute ein guter Tag. Wir akzeptieren die Schließung nicht und können jetzt einen genauen Blick auf die Zahlen werfen." Man wolle sich das Thema nun gemeinsam mit einem externen Wirtschaftsberater noch einmal anschauen.

"Wir kämpfen weiter für den Erhalt von Ledvance, nicht dafür, dass die Mitarbeiter notgedrungen woanders unterkommen", betonte Leppek. "Ledvance ist nicht nur ein Lampenhersteller, den man morgen nicht mehr braucht." Der Anlagenbau und die Entwicklung neuer Technologien machten Ledvance zu einem "Standort, der Zukunft hat. Wenn auch vielleicht in veränderter Form", sagte er und kritisierte: "Die Ideen, die in Augsburg bereits entwickelt wurden, um den Standort zukunftsträchtig zu machen, wurden nicht umgesetzt." Man müsse sich auch fragen, welches Licht das auf den chinesischen Investor werfe.

Die IG Metall hat bereits für Freitag zu einer weiteren Pressekonferenz mit dem Gesamtbetriebsrat und dem Konzernbetriebsrat von Ledvance eingeladen. Die Betriebsräte wollen dort eine Bewertung abgeben zur Schließung der Standorte in Augsburg und Berlin und der Ankündigung des Unternehmens, deutschlandweit 1300 Stellen abzubauen. Außerdem soll die Öffentlichkeit über die weiteren Schritte der Arbeitnehmerseite informiert werden. (
Von Kristin Deibl)
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