Wieder Schlechte Noten für den Fugger-Express

Seit 2011 verfehlt der Fugger-Express die Qualitätsvorgaben der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG). Auch bei der aktuellen Bewertung liegt er wieder im zweistelligen Minusbereich: bei Minus 17,31. Foto: pm

Seit 2011 verfehlt der Fugger-Express die Qualitätsvorgaben der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG). Auch bei der aktuellen Bewertung liegt er wieder im zweistelligen Minusbereich: bei Minus 17,31.

"Zum Vergleich: Die beste Note hat der Agilis Nord mit 65,76 Pluspunkten. Das sind Bewertungen, die wir anstreben sollten: Die Staatsregierung muss endlich dafür sorgen, dass die wichtigste Pendlerstrecke Bayerns besser wird!", fordert die Grüne Landtagsabgeordnete Christine Kamm in einer Presseerklärung.

"Nach wie vor sind Defizite unter anderem bei der Kundenorientierung, bei Beschwerden, der Fahrscheinkontrolle, der Präsenz der Zugbegleiter an den Stationen, der Funktionalität der Türen sowie der Umsteigedurchsagen an Knotenbahnhöfen festzustellen", räumte das Bayerische Verkehrsministerium ein. Diese Qualitätsmängel im E-Netz Augsburg führten von 2009 bis 2013 bereits zu Vertragsstrafen in Höhe von rund sechs Millionen Euro. "Wir brauchen insgesamt mehr Mittel für die Wartung und Instandhaltung von Gleisen und Zügen", fordert Kamm.

Die Anzahl der Fahrgäste auf dem Streckenabschnitt von Augsburg über Mering nach München hat sich seit 2007 um 40 Prozent erhöht. "Qualitätsstandards werden bei den Ausschreibungen unzureichend vorgegeben. Um Profitspannen möglichst hoch zu halten wird gespart und nur das billigste Material eingesetzt. Die Folgen haben die Menschen zu tragen. Pendlerinnen und Pendler müssen von unzumutbaren überfüllten, unpünktlichen und dreckigen Zügen auf ihrem täglichen Arbeitsweg erlöst werden!", fordert Christine Kamm.

Ein zukunftsorientiertes Nahverkehrssystem sähe anders aus als der Fuggerexpress bisher, so Kamm. "Verbesserungen im Schienenverkehr dürfen nicht auf dem Rücken der Angestellten ausgetragen werden", betont sie weiter. Daher sollten für das gesamte Personal der DB-Regio Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen und sichere Zukunftsperspektiven angestrebt werden. Dies gelingt am ehesten mit einem Angebot, welches für Pendler attraktiv ist und mit dem auch 2015 die Zahl der umweltfreundlich reisenden Fahrgäste weiter erhöht wird.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.