Willkommene Gäste in Mering

Ein Dutzend neue Asylbewerber haben die Meringer Pension Niedermeier bezogen. Schon vor einem Jahr war der Gemeinde eine Gruppe von Asylbewerbern zugewiesen worden.

"I feel bad; mir geht's nicht gut", sagte der 26-jährige Abdul Khadr, als er sein Zimmer in der Meringer Pension Niedermeier bezog. Er ist einer von zwölf jungen Asylbewerbern, die für unbestimmte Zeit in der Marktgemeinde zu Gast sind. "Damit leben jetzt insgesamt 184 Asylbewerber im Landkreis", berichtet Simone Losinger, Leiterin des Ausländeramtes im Aichacher Landratsamt. Sie sind auch in Friedberg, Ottmaring, Tattenhausen, Gallenbach, Unterwittelsbach und Aichach untergebracht und der Druck der wachsenden Flüchtlingswelle, die auf Deutschland zurollt, wird auch bei uns immer stärker spürbar. Doch im Gegensatz zu Friedberg, wo viele Bürger Bedenken gegen eine geplante Gemeinschaftsunterkunft haben (wir berichteten), sprach Bürgermeister Hans-Dieter Kandler in seiner Begrüßung von Gästen, die in Mering willkommen seien.

Schon vor einem Jahr war der Gemeinde eine Gruppe von Asylbewerbern zugewiesen und mit viel Herzenswärme und Verständnis aufgenommen worden. „Das soll auch jetzt wieder so sein“, versicherte Kandler, der bereits einige der ehrenamtlichen Lehrer kontaktiert hat, die sich um die erste Gruppe gekümmert hatten. Abdul Khadr hat seine Heimat im Senegal und seine 15 Geschwister vor zwei Jahren verlassen; seitdem ist der ehemalige Student amerikanischer Literatur auf einer Irrfahrt, die ihn vergangene Woche bei brütender Hitze von München mit dem Zug nach Mering geführt hat. Wegen eines Glaukoms muss er zum Augenarzt, doch zunächst galt es für ihn und die anderen Männer, den obligatorischen Papierkram zu erledigen, im Behördendeutsch „Gestattungen“ genannt. Mithilfe der beiden Dolmetscher Maureen Lermer und Mohammad Sultani erläuterte Losinger den Asylbewerbern, wie sie ihre Anträge für Sachleistungen und Taschengeld ausfüllen müssen, wo sich in Mering die Kleiderkammer befindet und dass es voraussichtlich regelmäßige Sprechstunden in der Marktgemeinde geben wird, damit die Männer nicht bei jedem kleinen Problem bis nach Aichach ins Amt müssen.

Sie kommen aus Pakistan und dem Senegal und wissen nicht, wie lange sie in der Pension Niedermeier bleiben können und wohin ihre Reise danach führen wird. „Ich habe keine Zweifel, dass die Meringer auch diesmal gute Gastgeber sein werden“, so der Bürgermeister. Und Losinger wiederholte, was sie kürzlich bereits bei einem Informationsabend in Friedberg versichert hatte: „Es läuft wirklich gut – in keiner der Unterkünfte hat es bisher irgendwelche Probleme gegeben!“
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