Wirtschaft / In der sogenannten "vierten industriellen Revolution" spielt die Digitalisierung ...
Handwerker mit Datenbrillen

Von links: Andreas Geisler, Hans-Peter Rauch und Ulrich Wagner auf der Jahrespressekonferenz der HWK. Foto: HWK

Augsburg.
Digital, regional und nachhaltig soll das sogenannte "Handwerk 4.0" sein. Kommunikation zwischen den Maschinen und den Anlagen untereinander, die Vernetzung aller Dinge und die Massendatenverarbeitung stehen im Fokus der Handwerkskammer für Schwaben (HWK).

"Für das Handwerk ist dies eine enorme Herausforderung, doch gleichzeitig auch eine enorme Chance", beschreibt Hans-Peter Rauch, Präsident der HWK, die digitale Zukunft der Branche. Ausschlaggebend seien dabei die Datenvielfalt, die Datenverarbeitung und die Vernetzung. In Form einer Paketverfolgung begegnet man diesem System auch schon im Alltag, aber auch ein 3D-Drucker oder eine Drohne sind den meisten Personen heutzutage nicht mehr fremd.



Jetzt gelte es, die neue Technologie auch im Handwerk zu verankern und die Mitarbeiter in diesem Bereich zu schulen. Eine online-Umfrage bei rund 600 Betrieben ergab, dass 87 Prozent der Handwerker eine hohe Notwendigkeit darin sehen, sich den Herausforderungen der Digitalisierung zu stellen. Die Chancen der Digitalisierung liegen vor allem in der Verbesserung des eigenen Daten-,Waren- und Kundenmanagements, der Erschließung neuer Arbeitsmärkte und der Steigerung der eignen Innovationskraft. "Das Fazit lautet: Die Digitalisierung ist im Handwerk angekommen", betont der Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner. Für die Umsetzung arbeitet die Handwerkskammer eng mit Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen.



In Kürze will die HWK zusammen mit dem Bayerischen Wirtschaftsministerium ein Pilotprojekt starten. In diesem sollen Handwerker künftig eine Datenbrille tragen, die einem die Reparaturanleitung direkt vor Augen führt. Dass das nicht Science Fiction sondern machbar ist, zeigen sich Präsident sowie Geschäftsführer überzeugt.



Andreas Geisler zeigt, in welcher Form die Digitalisierung bereits im Handwerk angekommen ist. "Legen Sie mal Ihren Autoschlüssel neben ihren Hausschlüssel. Im Auto ist die Digitalisierung viel weiter fortgeschritten", will der Informations- und Elektrotechnikmeister verdeutlichen. Als Geschäftsführer einer Firma, die intelligente Einsparmöglichkeiten im Gebäudebereich vermittelt, ist Wagner überzeugt: "Jeder kann von dieser Digitalisierung profitieren." Mit seiner Form der Temperaturreglung sollen bis zu 30 Prozent der Heizkosten gespart werden. "Energie soll vor allem sinnvoll genutzt werden und das mit einfachen Geräten. Kompliziert gibts schon", verdeutlicht Geisler. Bei einer Doppelhaushälfte sollen die Investitionskosten rund 12 000 Euro betragen, die Lebensdauer betrage circa 25 Jahre. Geisler betont: "Es soll sich selbst bezahlt machen."
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