Witty-Jugendförderpreis: Doppelter Grund zur Freude

Dr. Hubert Witty (links) überreichte den Witty-Jugendförderpreis an (von links) Judith Marz, Susanne Fuchs und Rebecca Faller vom Verein Eltern für Afrika. Den Sonderpreis nahm Otto Bachmeier von der St. Gregor Jugendhilfe entgegen.

Der 10. Witty-Jugendförderpreis in Höhe von 10.000 € geht an den Verein Eltern für Afrika und sein Flüchtlingsprojekt Weltenbürger. Zum Jubiläum wurde erstmals noch ein Sonderpreis in Höhe von 5.000 € ausgelobt. Die St. Gregor Jugendhilfe will damit Kindern das Schwimmen beibringen.

„Das Flüchtlingsthema liegt mir persönlich sehr am Herzen. Hier sind wir alle gefordert, auch als Unternehmen“, sagte Geschäftsführer Dr. Hubert Witty, der mit einem Flüchtling aus Afghanistan am Firmensitz in Dinkelscherben gute Erfahrungen gemacht hat. Er absolviert eine Ausbildung zum Chemikant. Dr. Witty: „Wenn die Rahmenbedingungen passen, würden wir wieder einen Flüchtling einstellen.“Mit dem Projekt Weltenbürger will der Verein Eltern für Afrika, der rund 20 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Augsburg und Umgebung betreut, die Integration verbessern.

Preisgeld kommt wohltätigen Zwecken zugute

Das Preisgeld in Höhe von 10.000 € fliest unter anderem in mehrtätige Workshops für Flüchtlinge und deutsche Jugendliche, bei denen sich die Teilnehmer ihrer Gemeinsamkeiten und ihrer unterschiedlichen Traditionen bewusst werden. Bei den Workshops, an denen auch geflohene junge Frauen teilnehmen, werden zudem Themen wie Gleichstellung von Mann und Frau behandelt. Dr. Witty: „Dass Jungen und Mädchen, Flüchtlinge und Einheimische füreinander sensibilisiert werden, hat der Jury besonders gut gefallen.“
Zum Abschluss des Projekts, das sich über mehrere Monate erstreckt, erhalten die Teilnehmer einen sogenannten Weltenbürgerpass, den sich der Verein, der sich auf die Flüchtlingsarbeit spezialisiert hat, ausgedacht hat. „Dieses integrative Projekt ist uns ein großes Anliegen und ein Herzenswunsch. Ohne das Preisgeld wäre dies neben unserer normalen Flüchtlingsarbeit nicht möglich gewesen“, sagt Sozialpädagogin Susanne Fuchs von Eltern für Afrika e.V.

Integration als Kernpunkt des Projektes

Durch aktuelle Zahlen und tragische Badeunfälle erhielt das zweite ausgezeichnete Projekt zusätzliche Brisanz. 59 % der Zehnjährigen können laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) nicht schwimmen. „In unseren Wohngruppen schaut es da teilweise sogar noch schlechter aus“, sagte Otto Bachmeier, der Geschäftsführer der St. Gregor Kinder-, Jugend- und Familienhilfe aus Augsburg.
Zerrüttete Familien, knappes Haushaltsgeld und massive Probleme in der Schule: Da tritt die Frage, ob die Kinder in einem Sportverein gehen oder Musikunterricht nehmen sollten, in den Hintergrund. „Die Kinder, die zu uns kommen, haben eh schon ein großes Pakt zu tragen. Ich möchte nicht, dass allein die Tatsache, dass sie nicht schwimmen können, zu einer weiteren sozialen Ausgrenzung führt, wenn ihre Freunde an den Baggersee fahren“, sagt Bachmeier.

Mit dem Preisgeld in Höhe von 5.000 € will die St. Gregor Jugendhilfe rund 70 Kindern aus den Jugendwohngruppen in Augsburg und Umgebung in Zusammenarbeit mit Vereinen vor Ort das Schwimmen beibringen.
Witty hat zu dem Thema einen direkten Bezug, schließlich unterstützt es als eines der marktführenden Unternehmen Bäder in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei der Schwimmbadhygiene. „Es kann nicht sein, dass der Schwimmunterricht ausfällt, weil Bäder schließen, und immer weniger Kinder schwimmen lernen. Mit dem Sonderpreis wollten wir hier ein Zeichen setzen“, sagte Dr. Hubert Witty.
Der Geschäftsführer des Familienunternehmens freut sich anlässlich des zehnjährigen Jubiläums, dass sich der Witty-Jugendförderpreis so gut etabliert hat. „Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele sehr gute Bewerbungen Jahr für Jahr eingehen.“ Fortsetzung folgt.


Witty-Jugendförderpreis 2017

Der mit 10.000 € dotierte Witty-Jugendförderpreis wird seit 2008 jährlich vergeben. Das sind die bisherigen Preisträger: Eltern für Afrika, Josefsheim Reitenbuch, Brücke e.V., Frére-Roger-Kinderzentrum, die Drogenhilfe Schwaben, der Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg zusammen mit dem Jungen Theater Augsburg, Augsburger Caritas, pro Familia in Augsburg, Zentrum für Aidsarbeit Schwaben (ZAS) der Arbeiterwohlfahrt, Bezirksverband Schwaben, und der Kreisjugendring (KJR) Augsburg-Land.

Witty ist ein mittelständisches Unternehmen, das seit 70 Jahren Spitzenlösungen für die Schwimmbadpflege, Großküchen- und Trinkwasserhygiene auf den Markt bringt. Entwickelt und produziert werden die Produkte zum Reinigen und Wasseraufbereiten sowie Dosieranlagen am Firmensitz in Dinkelscherben. Der Familienbetrieb mit Geschäftsführer Dr. Hubert Witty an der Spitze beschäftigt über 260 Mitarbeiter.
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