Wortschätzle 1 - Das schwäbische "Glufasäggle"

(Foto: ©marquardt21 / 123rf.de)
Stefan Gruber

Was macht man mit einer Gluf? Natürlich schwäbische Wäsch aufhänga! Aber meist braucht man dazu mehrere und dann sind's Glufa. Das Beutelchen mit Glufa haben die Hausfrauen als Glufasäggle zum Umbinden um die Hüfte getragen oder an die Wäschestange gehängt, um die hölzernen Haushaltshelfer immer griffbereit zu haben. Man könnte sich nun die Mühe machen, Glufa ins Hochdeutsche zu übersetzen und Wäscheklammern daraus machen, dann wird aus dem Glufasäggle ein Wäscheklammernsäckchen - das aber lange nicht mehr so nett klingt wie das schwäbische Pendant. Und in der Zeit der Wäschetrockner dürften die Wörter Glufa, Glufasäggle und die modernen Wäscheklammern bald dem Aussterben geweiht sein. Der Schwabe ist sparsam und kombiniert das Wort »Gluf« noch mit anderen Begriffen und so kommt es zum »Glufamichel«, ein Mensch der noch weniger Geld ausgeben will, als der »sparsame Schwabe« an sich - er ist ein Geizhals. Der »Glufaseggl« ist aber ein Zeitgenosse, um dessen Geist es nicht gut bestellt ist. Sein Intelligenzquotient gleicht wohl eher dem einer hölzernen Gluf einer Wäscheklammer.

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