Wortschätzle 10 - Was wiascht isch, muss net schiach sei

(Foto: © gingzang / 123rf.de)
Stefan Gruber

Der Schwob ist ja ein ganz Lieber und hängt an viele Wörter ein »le« hinten an und macht damit alles niedlich und klein. Das ist zwar sprachlich eine nette und freundliche Angewohnheit, aber er kann auch anders.

Wenn etwas hässlich, »schiach« ist, dann sagt er's auch. Sagt er aber wiascht, dann muss die Person oder das beschriebene »Zuig« nicht unbedingt hässlich sein, kann aber. Bei Personen meint er damit oftmals den Charakter: zweifelhaft, unangenehm im Umgang, schroff oder schofel ist dann der »Seggl«, der »Siach«, der Kerl. Meint er eine richtig unangenehme, böse Frau, »a bees Weib halt«, dann heißt er »des Mensch« gleich eine »Ragall«.

Ist jemand körperlich ganz zierlich, schlank und wirkt zerbrechlich, dann sagt er »Grischbele« dazu, klingt doch ganz sympatisch, hängt ja auch zur Verniedlichung das »le« hinten dran. Meint er es weniger freundlich, eher abfällig, dann heißt er ihn einen »Grischbl«. Ist ein Mann aber grob im Umgang, dann schimpft er ihn einen »Laggl«, ist er aber schlitzohrig, dann eher einen »Haderlump«. »Rumlaggeln« meint dann aber das Balgen, das Raufen bei Kindern, sich schubsen und auch »a bissle grob sei zuanand« - aber meist nicht im Bösen. Kriegt einer ne »Fotzn«, dann muss er eine »Watschn«, eine Backpfeife oder Schelle einstecken, dann kriegt er eine auf die »Gosch«. Aber der »Fotznhobel« hat nichts mit einer Dauermisshandlung zu tun, das ist die Mundharmonika, die eben dauernd über die »Fotz«, den Mund, die Lippen hin und her fährt. Fordert ein Schwabe jemanden auf, die Fotz zu halten, dann soll er schlichtweg still sein, das Maul halten. Und das »tua i als a reachd

r Schwob jetzt au«, bis nächste Woche.

Alle weiteren Wortschätzle finden Sie hier.
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.