Wortschätzle 102 - A schwäbische Sach isch Sach gnua

Sein Gruschd muss ma wegräuma. (Foto: Symbolbild, dorian2013 - 123rf.de)
Dia Sach, des Sach, Graffl, Gruschd und Zuig – es kann prinzipiell dasselbe sein.

Die Nachbarin meinte kürzlich, „wann duasch denn dei Graffel mol widdr wegreima?“ Im Keller war einiges auf den Gang ausgelagert, als ich aufräumte, entsorgte und neu einräumte. Sie ist halt ne Schwäbin, die immer alles ordentlich mag, alles muss aufgeräumt sein und seinen Platz haben.
Mit Graffl meinte sie schlichtweg abwertend und missbilligend meinen Gruschd, meine Sachen, mit denen sie nichts anzufangen weiß. Das „Glump“ sollte vom noch Funktionierenden und was man nicht mehr braucht aussortiert werden, um „mei Sach“ wieder ordentlich in die Regale einzuräumen.
Das Wort „Sach“ für Sache steht ja für Besitz, allerdings muss man darauf achten, wie es der Schwabe benutzt. „Sach“ kann im Schwäbischen weiblich somit „dia Sach“ oder sächlich „das Sach“ sein. Wer „sei Sach schaffd“ der hat seine Arbeit getan, aber wenn er sei „Sach ned schaffd“, dann „isch des koi Sach ned“.
Wenn der Schwabe sagt, „des isch dei Sach“, dann sollte man ihn damit nicht mehr behelligen, weil er nichts damit zu tun haben will – fehlt danach nur noch „Loss mr drmid mei Rua!“. Heißt es „des isch meim Ma sei Sach“, dann ist es dessen Angelegenheit oder es sind seine Utensilien.
„Des isch a Sach“, wenn der Schwabe sagt, dann ist das schon fast ein Kompliment – mit denen geht der Schwabe aber ja recht vorsichtig um, fast wie „ned gschimpfd, isch globd gnua“ und „ned gschwädzd, isch gred gnua!“
Worüber man ja kaum spricht ist, wenn a Frau „ihr Sach hod“, somit ihre Tage hat.
Schwoba schaugds, dass ihr emmer zu eirm Sach kommds, also nie zu kurz kommt. Ond des isch jedzd Sach gnua.
0
1 Kommentar
5.535
Sebastian Summer aus Aystetten | 05.09.2017 | 18:21  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.