Wortschätzle 22 - Vom dicka Fidla und am Bladschare

(Foto: ©fcscafeine / 123rf.de)
Stefan Gruber

Der Friseur meines Vertrauens nahm Schere und Kamm und schnitt mir die Haare. Und natürlich auch dazu gibt es ein schwäbisches Wort: der »Strehl«, der Kamm. Der Schwob »strehlt« seine »Hoar« mit dem »Strehl«, also er kämmt die Haare mit dem Kamm. Dieses Wort ist - wie soll es auch anders sein - mit dem Wort »striegeln« verwandt. Das »Strehla« geht aber nur, solange ihm Haare auf dem »Grend«, dem Kopf wachsen.

Mancher Schwabe hat hin und wieder vor Anstrengung »an mords Belle«, einen, sagen wir mal, großen roten Kopf auf - klar, nur vom angestrengten »Schaffa«, vom Arbeiten. Es kann schon sein, dass er manchmal vor lauter Suff »an rechta Bladschare« hat, ein Suffgesicht. Als »Bladschare« wird aber auch ein großer blauer Fleck, eine ausgedehnte Schwellung, Verfärbung, bezeichnet.

Unterm Belle kommt dann der Hals. Unsere Landsleute seien recht zurückhaltend und sparsam, weswegen der Schlussverkauf immer so beliebt war. Doch trotzdem kommt es vor, dass der Schwob »de Kraga net voll griagt«, also den Hals nicht voll bekommt, maßlos wird - aber sicherlich sehr selten. Vom übermäßigen Konsum, weil's schwäbische Essen so gut schmeckt, bekommt er dann »an dicka Ranza«, »a Wampe«, »a Kugl«, einen Bauch. Machmal wird aber auch »'s Fidla«, »da Hintra«, der Hintern, dick und fett. Guten Appetit - bei de nägschde Kässpatza!

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