Wortschätzle 23 - A guade Sulz muss driab sei

(Foto: Stefan Gruber)
Stefan Gruber

Wer in diesen heißen Tagen abends im Berufsverkehr in die »Strossabaa«, die Straßenbahn oder den Bus einsteigt, sollte sich die Nase zuhalten. Da kommen einem alle Gerüche entgegen, die nicht zu den angenehmen des Orients gehören. Bei dem Wetter schwitzt jeder, klar, aber jetzt »schweusselet« es halt überall - riecht nach Schweiß. Aber der Schwob stinkt abends halt auch, wenn er den ganzen Tag bei den aktuellen Temperaturen beim »Schaffa« ist, arbeitet.

Endlich zuhause oder im Biergarten angelangt, was gibt es bei dem Wetter besseres als eine kalte Sulz? Am besten schmeckt natürlich die selbstgemachte »Knechelasulz«, aus Knochen selbst ausgekocht. Dann ist die »Schleddre« ganz »driab«, trübe - die Sulzengrundsubstanz. Ist sie aber klar, dann kommt sie aus dem »Päckle«, der Tüte. Die trübe »Schleddre« ist somit ein Qualitätsmerkmal - vorausgesetzt, sie ist richtig abgewürzt. Mit einem Stück kalten Braten, Ei und Essiggurke drin, schon fast ein Festessen - denn der Schwob kann auch einfaches Essen schätzen.

Oder es gibt »Saure Nudla«, eine Art Nudelsalat. Am besten natürlich aus selbstgemachten, mit der Hand und Messer »gschnittne Nudla«. Ganz wichtig: Nehmt's Spätzlemehl für den »Nudla-Deug«, Nudelteig, dann bleiben sie bissfest! Sechs bis acht »Eur«, Eier, von »schwäbische Henna«, Hühnern, aufs Kilo Mehl und a bissle Öl an den Teig. Sauer, nur mit billigem Essig und Öl, Salz und Pfeffer angemachte Nudeln mit viel Schnittlauch dran - und das gibt's jetzt bei mir, hab noch ein paar getrocknete, »gschnittne Nudla«. Ganz kalt aus dem Kühlschrank und gut durchgezogen, »a Leibspeis« für mich, ein Lieblingsessen an heißen Tagen.

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