Wortschätzle 25 - A dicke Lätsch und Ranzapfeiffa

(Foto: ©william87 / 123rf.de)
Stefan Gruber

Wann hat man Zahnweh? Natürlich geht's am Freitagabend an und versaut dem Schwob das ganze Wochenende, denn der Zahnarzt des Vertrauens hat geschlossen. Und es heißt ja: »Was der Schwob net kennt, frisst er net!« Was der Schwabe nicht kennt, das isst er nicht. Das lässt sich auch auf den unbekannten Notdienst übertragen - »bloß net hi gea«, nur nicht hingehen.

Der Kiefer ist geschwollen, die halbe »Lätsch«, Mundregion, wird dick, hoch bis zum Ohr. Und da wirst richtig »dosorad« - schwerhörig. Da tut der halbe Schädel weh - genau, der Schwob hat »Schädelweh« und nicht Kopfweh.

Aber wenn einen was plagt, versaut es alles, und raubt nachts den Schlaf. Und wenn dann der Nachbar zu nachtschlafender Zeit heim kommt mit seiner »gschreuata, plärrada Bagasch«, schreiende, heulenden Kinderschar, - wieder einmal ein dem Französischen entlehntes Wort, Bagage »Gepäck« für unbeliebte Gesellschaft - »dann ko i echt oleidig wera«, dann kann ich wirklich unleidig werden.

Dieses Wochenende hätte ich lieber »Ranzapfeiffa«, Bauchweh, meist mit Blähungen, vom vielen Essen gehabt. Aber: Diese Tage geht's zum Zahnarzt - obwohl, es geht ja gerade wieder ganz gut ...

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