Wortschätzle 29 - Wia schee is Baadz zwischa de Zea

(Foto: ©stephaniefrey / 123rf.de)
Stefan Gruber

Endlich regnet's. Obwohl das Wetter in ein paar Tagen genauso zum »dagega wettra«, dagegen schimpfen, anregt, wie die lange Hitze, die wir in den vergangenen Wochen hatten. »Wia's isch, es isch ned reachd«, wie es ist, es ist nicht richtig.

Aber der Regen tut gut, die Natur braucht's und man muss nicht mehr den Garten gießen. Allerdings brachte die Wetteränderung auch starke Gewitter und Unwetter mit sich. Dagegen, so der Volksglaube, können die »Kreiterbuscha« helfen, die Kräuterbüschel, die an Maria Himmelfahrt, somit am vergangenen Wochenende am 15. August, geweiht wurden. Verbrennt man bei Gewitter Kräuter davon im Haus, soll es Haus und Hof vor Blitzeinschlag schützen. Aber dazu muss man schon die richtigen Kräuter zusammengebunden haben - die Wetterkerze ist in diesem Falle besonders wichtig. Die Anzahl der Kräuter und welche ist festgeschrieben und orientiert sich an magischen Zahlen, wie sieben hoch bis zur 77. Doch wer kennt diese vielen Kräuter heutzutage noch?

Und wenn es so lange nicht mehr geregnet hat, dann steht das Wasser erstmal und »Batschlacha auf dr Stroß«, Pfützen auf der Straße, sind ausnahmsweise richtig schön. Als Kinder sind wir rein gesprungen, dass es spritzte. Und war die »Batschlach« in einer Erdsenke, dann hieß es runter mit »de Schlappa«, den Sandalen, und »barfuaß neighupft«, barfuß reingesprungen, bis »dr Baadz zwischa de Zea raus druckt hod«, den nassen Dreck zwischen den Zehen heraus drückte. Abends mussten wir dann, wenn auch widerwillig, natürlich »d' Faiß«, die Füße, waschen.

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