Wortschätzle 31 - Böckle dua na woidle springa

(Foto: ©mihtiander / 123rf.de)
Stefan Gruber

Bei einem Sonntagsausflug ins württembergisch-schwäbische Biberach kommt dem Schwob unweigerlich ins Gedächtnis das Lied von der Schwäbischen Eiseba und die Strecke Stuttgart, Biberach und Meckenbeuren, in dem der Bauer »einen Bock hat sich gekaufet und dass er ihm nicht verlaufet, bindet ihn der guade Ma, an da hendre Waga na«, ihn der gute Mann an den hinteren Wagen an.

Dass er seinen Ziegenbock auffordert, er soll »woidle springa«, nutzt nichts, denn zum Schluss findet der guade Ma nur noch Kopf »ond Seul«, und Seil, an dem hendra Wagadeul, dem hinteren Wagenteil. Das Wort »woidle« gibt's in unterschiedlichsten Aussprachen und Schreibweisen - siehe auch Fischers Schwäbisches Wörterbuch - im Schwäbischen von waale bis waidle, wuitle aber egal, es hat zu tun mit weidlich, meint tüchtig, kräftig, anhaltend.

Aber trotzdem, der Bock ist zum Ende des Liedes »hi«, tot. Hi wird im Schwäbischen benutzt für tot oder auch kaputt, erledigt sein. Dass das doch Unmögliche trotzdem gesteigert werden kann im Sinne von tot, toter am totesten oder kaputt, kaputter und am kaputtesten ist schon ein Kuriosum: hi, maushi und mausdreckleshi. Und nach dem anstrengenden, langen Ausflugstag bei der Hitze bin auch ich mausdreckleshi, total erledigt.

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