Wortschätzle 47 - An Zopf für den "Gluuschd"

Schupfnudeln aus Weizen- und Roggenmehl, der Hefeteig geht drei Mal.

Stefan Gruber

Am Sonntag gab’s gut schwäbisch „Schupfnudla“ mit Sauerkraut. Nein nicht solche, wie es sie auf den Märkten zu kaufen gibt, die kurzen blassen Schupfnudeln, oft noch mit Kartoffeln im Teig drin. Nein, welche halb-halb aus Weizen- und Roggenmehl mit Ei, so bis zu 20 Zentimeter lang geschupft mit Sauerkraut dazu. Aber danach hatte ich so an
„Gluuschd“, so eine Lust im kulinarischen Sinne, auf was Süßes zum Kaffee. Ich bildete mir „an Hefazopf“, einen Hefezopf ein, für manchen mag’s auch „a Zopfads“ oder „Zopfbrot“ sein. Und wenn ich so richtig „gluuschdig“, oder auch „gliischdig“ bin, so richtig Lust auf was habe, dann mache ich’s auch.
Das schwäbische Wort „Gluuschd“ ist doch viel schöner als das neumodische „Heeper“, das man nun immer wieder hört, leider nicht nur in der Werbung.
Also „Vordeugle gmacht“, einen Vorteig gemacht, „ganga lossa“, gehen lassen und „da Doig“, den Teig fertig gemacht, ganga lossa, wieder durchgeknetet und dann „da Zopf gflochda“, den Zopf geflochten und wieder durfte er gehen. Na klar, bei mir geht jeder Hefeteig drei Mal. Nach einer Stunde im Backrohr war das Prachtstück fertig. Manche haben ja mit der Verdauung so ein Problem mit frischgebackenem Hefeteig, ich hoffentlich diesmal nicht. So frisch mit Butter drauf, a bissle „Marme“, Marmelade und an frischen Kaffee … ich konnte mir nichts besseres vorstellen. Abend gab es dann nur noch eine „Veschbr“, eine Vesper, eine kalte Brotzeit.

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Martha Plaseller aus Augsburg - City | 15.01.2016 | 14:51  
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