Wortschätzle 48 - Opernball 2016 - Ma konnd so schee läschdra

Paradiesvögel, grubfde Henna und ganz normale Leit beim Opernball.

Stefan Gruber

Am Samsdag beim Augschburger Opernball im Theater bist am Anfang kaum durch die Eingangshalle gekommen, weil, wer gesehen werden wollte, dort rum stand. Und da standen viele herum – Junge, Alte, „Scheene ond Schiache“, also Schöne und weniger Schöne. Das ist ein Abend, an dem sich der Augschburger Schwob „aufbrezeld ond rausbudzd“, sich aufbrezelt und herausputzt. War die Kleiderfrage geklärt, hieß es für die Frauen Pumps oder „Schläppla“, Sandälchen einpacken, denn bei dem Schnee wurden sie erst an der Garderobe gegen die dicken Winterschuhe getauscht. Die meisten Männer kamen im schwarzen Anzug, Smoking oder Frack. „Schee hams“, schön haben alle ausgesehen – fast alle. Ein paar Ausnahmen gab’s, aber wirklich „schiach odr gar wiaschd“ – einfach gesagt hässlich – war niemand. Aber es ist immer jemand da, der das verkehrte „Zuig“, Zeug aus dem Schrank nahm. „Ma konnd so schee läschdra“, man konnte so schön lästern über die Paradiesvögel, die Männer „dia rumgoggeled han“, die umherstolziert sind, und die wenigen, die aussahen wie „grubfde Henna“, wie gerupfte Hühner. Aber die meisten waren ja ganz normale „Leit“, Leute, und alle hatten Spaß und konnten sich zu Tanz- oder auch Discomusik bewegen, „bisd Fiaß weh doa han“, bis die Füße weh taten, oder „se oin um fümpfe“, sie einen um fünf Uhr rauskomplimentierten, denn da war Schluss – auch für mich!

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