Wortschätzle 5 - Hosch's Drottwar scho kehrt?

(Foto: ©lior2 / 123rf.de)
Stefan Gruber

Der Schwabe - speziell der Augschburger - ist ja wortgewandt und sprachenbegabt, spricht nicht nur Schwäbisch und »über d'Leit« sondern auch Französisch - sprachliche Hinterlassenschaft Napoleons und seiner Konsorten, den »Franzosen, mit den roten Hosen« im Schwobaländle.

Was in gehobenen Gesellschaftskreisen damals für distinguiert gehalten wurde, hat sich auch in der Sprache des Volkes niedergeschlagen. Nur mit der originalen Aussprache, da haperts halt »a bissle«, weil der Schwabe überwiegend harte Konsonanten weich ausspricht - K wird zu G, T zu D, P zu B. So wird bei der samstäglichen Hausordnung das schwäbische »Drottwar« und nicht das französische »Trottoir« oder gar der Bürgersteig gekehrt und gefegt.

Wenn es regnet, nimmt er statt dem Regenschirm den »Parabluï«, französisch »Paraplui« zur Hand. Nachts diente der »Botschambr« als Nachttopf für die Notdurft, im Original »Pot de chambre«. Zugedeckt hat er sich mit dem Federbett, dem »Blümo«, abgeleitet vom französischen »aller au plume« für »in die Federn gehen« und »plumer« für rupfen. Das Zimmer begrenzte das Blafo nach oben, das französische »plafont« für Zimmerdecke.

Das Velo für Velocipède (Fahrrad, Biciclette), hat der Schwabe aber den Schweizern gelassen.

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