Wortschätzle 52 - Jetzt sollt’s koine Kiachla mehr geben

Manchmal muss man in der Fastenzeit unfreiwillig darben.

Stefan Gruber

„Luschdig isch die Fasenachd, wenn mei Muadr Kiachla bachd, wenn se aber koine bachd, dann pfeiff i auf dia Fasenachd“ – und jetzt stecken wir bereits seit Aschermittwoch voll drin in der 40-tägigen Fastenzeit bis Ostern, da gibt es kein Schmalzgebäck mehr – offiziell! Mir drohte nun eine eher ungewollte Fastenzeit, denn das Brot vom Freitag hatte ich in der Tüte vergessen und nach zwei Tagen hat es bereits „grabeled“, es roch feucht-verschimmelt, modrig und hatte schon so kleine bläuliche Flecken. Es musste was anderes her, denn sonst „det i ja vom Fleisch falla“, würde ich abnehmen. Aber ich verhungere nicht so schnell, denn zum „Grischbele“, zarter bis knochig dürrer Kerl, dauert es bei mir lange. „Zauraggadürr“, extrem schlank, so schmal wie Zaunlatten, werde ich mit meiner „Wampe“, meinem Bauch, eh nicht so schnell – bin halt a „gwampedr Siach“. Somit suchte ich in den Tiefen meiner Essensvorräte.
Das war die Gelegenheit, gleich dieses Regal durch zu wischen und alles wieder „hindrgefirsche“, umgekehrt, einzuräumen. Es gab dann letztendlich Tiefkühlspinat mit „Oxaauga“, Spiegeleier – ich musste doch nicht fasten.

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