Wortschätzle 53 - Es wird Zeit für den Frühjahrsputz

Wenn die Sonne durchs Fenster scheint, sieht man den Dreck drauf.

Stefan Gruber

Auch wenn’s noch Februar ist, die Sonne scheint schon manchmal herrlich durchs Fenster und die „erschde Bliamla“ kommen auf „dr Wies scho“ raus, die ersten Blümchen sind schon auf der Wiese zu sehen. Schneeglöckchen und ein paar Gänseblümchen – die „Feigela“, Veilchen, dauern noch ein bisschen. Nachteil des schönen Wetters ist, wenn die Fenster nicht geputzt sind, sieht man Dreck drauf. Schwäbische Hausordnung oder Putzfimmel hin oder her, manchmal muss Generalsanierung in der Wohnung betrieben werden. Meist dann, wenn das schlechte Gewissen drückt und das ist dann der Anschub zum Frühjahrsputz. Wenn’s doch nur in Schwaben auch so kleine fleißige Heinzelmännchen gäbe!
Aber es hilft nichts – Kittelschürze an, Moment mal, ne! Männer tragen so was nicht! Zusammenkehren und los ans Werk mit „Scheifele ond Besele“, also mit „Kutterschaufel und Kehrwisch“, mit Schaufel und Besen. Und irgendwann, nach dem Fensterputzen, war es Zeit für ne Pause, einen Kaffee und das endete dann in einem kurzen „Niggerle“, das ist nun kein despektierlicher Ausdruck für Ja-Sager oder dunkelhäutige Menschen, sondern nur Schwäbisch für Nickerchen, für ein kurzes Schläfchen. Danach ging’s weiter mit Putzeimer, Lappen und Staubsauger. Und nach dem Putzen kommt ein Strauß Frühlingsblumen auf den Wohnzimmertisch und alles sieht wieder frisch und sauber aus.

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