Wortschätzle 56 - „Da saut dr Häge de Ranga na“

(Foto: 123rf)
Auch für Richtungen hat der Schwabe besondere Ausdrücke.

Stefan Gruber

Auf der Streif am Hahnenkamm war am Wochenende nichts los – ich hab’s vom Balkon aus mit dem Fernglas gesehen, es war eh kaum Schnee in Kitzbühel, ich bin für ein Wochenende „ind Berg nei gfahra“, in die Berge gefahren, und habe jemanden besucht. Bin „da Ranga nauf ond na ghadschd“, bin den Hang hinauf und hinunter gelaufen – im Gegensatz „zom Häge, der de Ranga na saut“, dem Stier der den Hang hinunter springt.
Am Sonntag bin ich dann wieder „naus gfahra“, hinaus gefahren aus den Bergen und wieder heim. Aber am Samstag bin ich aus Augsburg los und erst mal „num“ nach München hinüber. Nach Nürnberg „wär i nauf gfahra“. Hätte mich in Augsburg jemand aus Ulm besucht, wäre er „rum komma“, herüber gekommen. Der Schwob orientiert sich doch ein wenig nach den Himmelsrichtungen in seinen Angaben, auf Landkarten ist Norden nun mal oben. Ost/West-Bewegungen beschreibt er der Schwob mit „num“ und „rum“ – je nach Bewegungsrichtung von einem weg oder auf einen zu. Nord/Süd-Richtung mit „nauf“ und „na“ sowie mit „rauf“ und „ra“. Fährt einer Richtung Zusmarshausen, dann fährt er „Zus zua“. Macht er aber eine Tour ganz um Augsburg herum, dann ist er „rund umadum undrweags“.
Rund umadum gods au im Karusell, ond do miassts aufbassa, dassr ned damisch ond drumslig weards! Vorallem, wennr bald aufm Osterplärrer davor no a Bier drinkds, odr zwoi.

Alle weiteren Wortschätzle finden Sie hier.
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