Wortschätzle 61 - Kuaranzanachd und moggelesbraun

Die Kommunion war verregnet und der Hund dreggad. „Sagglzemend, scho widr a hoaloaß vrreagneds, a seuchnass Wochaend.“ Ein kleiner schwäbischer Fluch, und schon wieder ein arg, ganz, total verregnetes Wochenende. Aber der Hund musste raus – egal welches Wetter und er findet mit Sicherheit immer ein Schlammloch, in dem er sich wälzen kann. Und auch am Sonntag sah er wieder aus „wia a Dreggloas“, wie ein Dreckschwein. Die Pampe an seinem Kopf war „kuaranzanachd“, also pechschwarz – in den Bauch der Kuh fällt ja nie Licht rein, somit kann’s auch nur ganz dunkel gewesen sein. Von der Kuh beziehungsweise einem Kälbchen kennt der Schwabe auch noch eine andere Farbbeschreibung: „moggelesbraun“, für das blasse Braun, das kleine Kälbchen tragen. Zurück zum Hund, er war mit den Pfoten im „Baaz“, im nassen Dreck, und jetzt kann ich das Auto putzen. Meine Hose und Jacke sahen danach ähnlich aus wie er, denn ohne wildes Toben geht bei ihm kaum ein Spaziergang – wir haben ja beide Spaß daran. Und „mei Gschloif“, meine Kleidung, kam gleich danach in die Waschmaschine, was mit dem Hund nicht geht und das Duschen wird jedesmal zum Drama.
Drama war’s keins aber doch enttäuschend, denn vielerorts waren die Kommunionfeiern am Sonntag durchnässt, na ja, raagseuchd hods hald. Da meint man, nur wegen ein paar Sonnenstrahlen in den vergangenen Tagen und mal kurz um die 20 Grad sei schon Frühling – nein, weit gefehlt.
In meinem kleinen Gärtle komm ich auch nicht weiter, denn immer wenn ich Zeit habe, regnet es. Doch bis zu den Eisheiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifazius und „dr kalda Soff“ (die kalte Sofie), 11. bis 15. Mai, ist ja noch Zeit, davor wird eh kein Gemüse draußen gepflanzt. Ond wia said dr Schwob: Na it hudla.

Stefan Gruber



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