Wortschätzle 62 - Sandmännle und a wiaschds Weddr

(Foto: 123rf, Georgiew)
Wenn man in Gedanken nur noch bei „de Frau Basela“ ist.
Sabbrmend, war das ein kaltes Wochenende. Ich hatte die Wettervorhersage ja nicht geglaubt und war sicher: alles „Luggabeidl“, Lügenbolde (sagt man so auf Hochdeutsch?) – also Lügner. Und als ich heute Morgen, eher gegen Mittag, endlich ausgeschlafen hatte und mir noch nicht einmal das „Sandmännle“ aus dem Auge gerieben hatte – diese morgendlichen Verklebungen im Auge und den Schlaf – sah ich aus dem Fenster. „Dass i it liag“, es trieb die Regen-Schneeflocken horizontal am Fenster vorbei, was „a wiaschds Weddr“, ein wüstes Wetter, a April-Weddr halt. Als ich dem „ogmiadlicha“, ungemütlichen Treiben vor dem Fenster zusah, schossen mir ein paar Fetzen eines schwäbischen Reimes durch den Kopf: ... es schneibeled, es god a kuahlr Wend, da kommed dia Frau Basela mit ihre lange Nasela...
Alles Überlegen half nichts, im Internet bekam ich auf die erste Textzeile nur den Hinweis auf einen kurzen Vers, der eventuell Schweizer Ursprungs ist und eh anders weiter ging und noch ein paar Fetzen Text zu Stuttgarter Schwäbisch, aber nichts, wo meine Reimfetzen komplett drin waren. Sind die „Basela mit de Nasela“ tatsächlich nur hier um Augsburg bekannt, oder gar nur in meiner Familie? Welcher der eifrigen Wortschätzle-Leser kann mir nun weiter helfen?
Als ich nach einer Stunde aus dem Haus ging, in Gedanken immer noch mit dem Reim beschäftigt, bin ich dann auf dem „Dribbl“, der Stufe vor der Haustüre, in dem hergewehten nassen Matsch ausgerutscht, so dass es mich fast auf den „Hosaboda“, das „Fidla“, den Hintern, das Gesäß gesetzt hätte. Aber im Schwäbischen heißt es: „A guadr Schdolperer fälld it leichd.“

Stefan Gruber



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