Wortschätzle 65 - Wenn's gar Butzakia und Kitzabolla rahagled

(Foto: Jiri Hamhalter, 123rf)
Wenn’s heftig regnet, kann man gut aufs "Kanapee flagga" und "wegruasla".

„Mei war des a jesesmäßigs“, also ein ganz schlimmes, Wetter, „ragschüd hod’s", stark geregnet hat es, dass ganze „Lacha“ – oder auch große „Batschlacha“, Pfützen, auf der Straße standen. Wer die Wohnungsfenster nicht geschlossen hatte, der darf nun wohl mit dem „Butzlumba“, dem Wischlappen, alles aufnehmen – „däd mr ja schdinga“, würde mich ärgern. „Dr Grand“, die Wut oder den Ärger, hatte ich eher, weil ich bei dem Unwetter, bei dem „au Butzakia ra komma sin“, bei dem auch große Hagelkörner herunter kamen, wegen einer Baustelle auf der B2 hinter Donauwörth mehr als 30 Kilometer Umweg fahren musste, und während dessen hat Petrus Spaß gehabt und „da oba kegled“, da oben gekegelt – sagt man halt so, wenn’s kräftig donnert. "Butzakia" sind ja eigentlich Tannen- und Fichtenzapfen, der Schwob benutzt den Begriff aber auch für größere Hagelkörner - kleine bezeichnet er als "Kitzabolla". Aber was hilft „s Lamendiera“, das Jammern, – nix, also „loss mrs bleiba“, lassen wir es.
Und nach einem Tag, der „so vill schee war“, der so schön war wie der Sonntag, darf’s gewittern. Da kann man sich abends dann früh aufs „Kanapee flagga“, das Sofa legen, oder gleich ins Bett mit „m Nannele“ im Nacken, ein kleines zusätzliches Kissen im Bett, und noch ein paar Seiten lesen und „wegruasla“, einschlafen. „Mr verseimed ja nix“, wir versäumen ja nichts.

Stefan Gruber

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