Wortschätzle 69 - „Legg mi am Arsch, hosch Du an mords Salad“

(Foto: 123rf/lzflzf)
Das Götz von Berlichingen- Zitat ist für den Schwob vielseitig anwendbar.

Mein „Gardanochbr“, Gartennachbar, ein waschechter Schwob, sagt „doch glatt“, im Sinne von tatsächlich, zu mir: „Legg mi am Arsch, hosch du scho mords Saladkepf!“ Das war keine Aufforderung zu speziellem Körperkontakt, nein, er wollte nur ausdrücken, dass er ganz hin und weg ist, von meinen schon so großen Salatköpfen.
Der Schwabe benutzt das Götz von Berlichingen-Zitat nicht nur in der Wut anderen Personen gegenüber, sondern eben auch, um seiner Verwunderung Ausdruck zu verleihen.
Aber ganz ehrlich, mein Salat ist auch das einzige was „heir“, heuer, dieses Jahr, gut wächst, außer dem vermaledeiten Unkraut. Es war halt am Anfang der Saison „scho a mords Kelde“ eine große Kälte, und danach hat es „ragseuchd“, geregnet, wörtlich übertragen heruntergebieselt, was ging und viele Pflänzchen sind im Regen ersoffen. Abr mei Gardanochbr braucht ned neidisch gugga auf mein Salad. Wenn i heir deam seine Kar-
doffla anluag, dann feld mr eh blos ei, was des fr welle send, diad greaschde kardoffla hend. Abr nix fr unguad, ma said ja nix, ma red ja bloß – man sagt ja nichts, man redet ja nur. Wer es nicht verstanden hat: Die dümmsten Bauern haben die größten Kartoffeln.

Stefan Gruber

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