Wortschätzle 7 - Ein »Gsälzbrot« ist nicht salzig

(Foto: © nanisimova / 123rf.de)
Stefan Gruber

Schwäbisch macht natürlich auch vor der »Kiche«, der »Kuche«, der Küche nicht halt. Wer auf sein Butterbrot ein »Breschdlings-gsälz« schmiert und Salziges erwartet, der wird schwer enttäuscht. »Gsälz« hat nichts mit Salz oder geselchtem Fleisch zu tun. Ein »Gsälz« ist im Schwäbischen eine Marmelade und »Breschdling« sind Erdbeeren. Der Begriff »Breschdling« ist in unserer Region allerdings selten in Gebrauch - eher im westlichen Bereich, zum Rande der Stauden hin und sehr gebräuchlich im württembergischen Schwäbisch. Wer nun dazu auf den Anschnitt des Brotkipfes, -laibes scharf ist, der verlangt das »Giggele«.

Fettgebackenes kennt der Schwabe auch: »Auszogne« und »Nonnafürz«. Für beides braucht man Hefeteig. »Auszogne«, oder auch »Kiachla« genannt, wurden ursprünglich übers nackte Knie gezogen, bis sie in der Mitte dünn und einen dicken Rand hatten. »Nonnafürz« sind aus der Masse rausgezogene Teigbatzen, die wie die »Auszognen« auch im heißen Fett goldbraun ausgebacken, zu unförmig ausgefranztem Backwerk werden. Beide, mit Zucker bestreut, eine feine Sache. »Bubaspitzle« oder »Bubabrunzerla« sind dagegen kurze, in der Hand gerollte, kleinfingerdick und zugespitzte Nudeln aus Kartoffelteig, die erst gekocht und dann im Schmalz rausgebacken werden. Der Schwob ist ja weltgewandt und kennt auch die französische Küche, auch wenn er sie anders ausspricht. Das »Böflamot« ist ein Ochsenfleischeintopf und ist die hiesige Variante des ursprünglich französischen »Boef à la mode«.

»Lassts es Eich schmecka!«

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