Wortschätzle 70 - Bei den Schwaben "menschelt's" sehr

(Foto: 123rf/Spectral)
"D’Schwoba kennad feira“, Schwaben können feiern, das beweisen die Schwaben immer wieder, so die Ulmer am vergangenen Wochenende und am Montag mit dem Schwörmontag, wo die Ulmer sogar einen halben Tag Feiertag haben. Aber wir Augschburger brauchen da nicht jammern, und „d’Lädsch naziega“, und ein langes Gesicht machen. Wir haben das „Augsburger Friedensfest“, das uns der Religionsfrieden bescherte – da geht’s etwas ruhiger zu.
Bei so „Strossafeschdla“ sind meist gleich tausende „Leit“, Leute unterwegs. Der Schwob benutzt da kaum das Wort Mensch, das im Schwäbischen teils eine andere Bedeutung hat. Spricht der Schwob – jetzt Männer und Frauen gemeint – von „Menscha“, dann meint er meist Menschen im Allgemeinen. Jedoch spricht ein Mann von „seim Mensch“, seiner Frau, oder im Plural von „Menschr“, Frauen – und das wieder abschätzig.
Obwohl der Schwob – Männer wie Frauen – sich des weiblichen Geschlechts bewusst ist, bezeichnet er Frauen als „Mensch“ immer sächlich – „das Mensch“, die Frauensperson, „dees Mensch“, diese Frau – alles schon recht despektierlich. Natürlich kennt das Schwäbische auch Wortzusammensetzungen als Schimpfwörter, aber die lassen wir hier jetzt mal weg. Die entsprechende Benutzung des Wortes Mensch für Männer, sind im Schwäbischen nicht geläufig – eigentlich ein bisschen unfair.
Übrigens verwenden den missbilligenden Ausdruck „Mensch“ für Frauen nicht nur Männer, sie sind auch den Geschlechtsgenossinnen geläufig – ganz sicher.
„D’Weibr san hald au it bessr als d’Mandrleit“ – Frauen sind auch nicht besser als Männer.

Stefan Gruber

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