Wortschätzle 73 - Drhoim oder am Teutonengrill?

View of the beautiful Adriatic coast (Foto: wulwais/123rf)
„Wer schaffd wia a Hund, der derf au veschbra“, wer kräftig arbeitet, der darf auch Brotzeit machen. „A schwaaza Wuschd, a Schdig Stingrkäs, der scho laufd, ond an Ranga Brod“, ein Stück Schwarzwurst, einen stinkigen Käse wie Romadur oder Limburger, der schon davon läuft, ein Stück Brot und die Welt ist schon fast wieder in Ordnung. Dabei kommt mir so in den Sinn, wo denn die Wortschätzle-Leser wohl so in den Urlaub hinfahren? „Ham dia schbarsame Schwoba gnua gschbart?“ Haben die sparsamen Schwaben genug gespart? Reicht das „Michele“, das bei Seite geschaffte Geld, um ins Ausland zu fahren? Reicht es bis an den Teutonengrill, bis ins Allgäu oder ans Schwäbische Meer?
Manche sind sicher glücklich, wenn sie ungestört in ihrem Garten liegen dürfen, wenn sie auf die hoffentlich bald reifen, frühen Früchte für den ersten „Zwetschgadatschi“, Blechkuchen mit Zwetschgen belegt, hoffen. Also das Wort „Zwetschgadatschi“ ins Hochdeutsche zu übertragen, ist ja schon fast schwäbische Blasphemie!
Na wo fährt dr Schwob hin in diesem Sommer, der dieser Tage schon gefühlt zum Herbst wird, und lässt alle Viere gerade sein? Lassen Sie’s mich wissen, für welches Ziel Sie ihr „Kefferle“, Köfferchen, und’s „Däschle“, das Täschchen, packen. Ja ich weiß, es gibt immer ein paar Schwaben, die es auch im Urlaub nicht sein lassen können: „Dia wualad ond schaffed weidr am Heisle odr em Garda ond kenned da Herrgod koin guada Ma ned sei lossa“.

Stefan Gruber

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