Wortschätzle 80 - Manchmoal grabeled d'Kaschdamobbla

(Foto: 123rf Katarina Gondova)
Früher haben wir Kastanien als Futter in den Tierpark gebracht.

Noch tragen „d’Beim“, die Laubbäume, bunte Blätter, doch dieses Wochenende sah ich im Allgäu bereits den ersten Schnee. In der Augschburger Region kann man noch die letzten „Kaschdamobbla zamglauba“, Kastanien sammeln, um, wie wir es als Kinder getan haben, „Männla“, Figuren, zu bauen. Dafür braucht man Zündhölzer oder Zahnstocher, etwas Spitzes, um in die Kaschdamobbla Löcher zu bohren, und dann setzt man sie zu Figuren zusammen, zu Menschen oder auch Tieren. Manchmal haben wir früher die Kastanien gesammelt, um sie tüten- oder sackweise im Augschburger Tierpark als Futter abzugeben – dafür gab’s etwas Geld, aber nicht viel. Ja, im Tierpark – das war für uns früher nämlich der „Augsburger Zoo“, vom „Zoo“ sprach niemand.
Manchmal hatten wir auch zu viele Kastanien und sie in den Plastiktüten vergessen, dann sind sie meist verschimmelt, bis „se gschdunga ond grabeled ham“, sie gestunken und modrig gerochen haben.
Wer nun meint, die heißen, auf Feuer oder Glut gerösteten „Maroni“, die Esskastanien, die es jetzt dann auf den Advents- und Weihnachtsmärkten zu kaufen gibt, an denen man sich die kalten „Griffl“, Finger, wärmen kann, seien auch Kastanien, der irrt – die sehen nur so aus wie unsere Rosskastanien, die wir zum „Männla baua“ nehmen, sind aber von ganz anderen Bäumen.
Der Herbst ist so gut wie vorbei, denkt an die Winterräder fürs „Heilig Blechle“, das Auto, richtet mal ganz schnell das „Schneebesele“, den Schneebesen, her und einen Kratzer gegen das Eis auf den Scheiben. „Kommds immr guad a!“

Stefan Gruber
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