Wortschätzle 9 - Bringsch an Gredda voll Grombira mit

(Foto: © marylooo / 123rf.de)
Stefan Gruber

Früher, wenn man Gemüse brauchte, hat man in der Stadt auf den Bauern gewartet, der mit dem Bulldog, dem Traktor, mit Anhänger durch die Straßen fuhr, klingelte, schrie und seine Ware anpries. Manche gingen in den eigenen Garten zum Ernten oder auf den Markt. Da hieß es dann »Bringsch mer fei an Gredda voll Grombira mit!« Der Gredda war und ist bis heute ein wichtiges Einkaufsutensil: Der Korb. Der Auftrag lautet somit: »Bringe mir bitte einen Korb voller Kartoffeln mit!«

Wer es konnte, schnitt Weidenruten und flocht da Gredda selbst, andere gingen eben zum Greddaweber oder -flechter und kauften einen beim Korbmacher. Auf dem Markt gab's dann die kleinteilige Ware in der Gschdaddl, die Papiertüte. Jetzt gibt's natürlich auch die Blaschdiggschdaddl, die Kunststofftüte.

Was kam rein in da Gredda? Manchmal eben Grombira (Kartoffeln), Nissele (Feldsalat), Gugumbra (Gurken) oder auch Fisola (Bohnen) - je nach Jahreszeit.

Mancher kennt zum Einkaufen aus dem Schwäbischen auch den Ausdruck Gugg. Aber das Wort benutzt man eigentlich nur in Allgäuer Dialekten oder im württembergischen Schwäbisch - bei uns hier ist die »Gugg« kaum geläufig. Aber den Satz will ich trotzdem los werden, denn gugga (schauen) tun wir um Augsburg rum auch: »Gugg amol, wie dia in dia Gugg neiguggt!« - übertragen ins Hochdeutsche: Schaumal, wie sie in die Tüte reinschaut!

Alle weiteren Wortschätzle finden Sie hier.
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