Wunsch nach Hundeführerschein

Symbolbild. (Foto: Alfred Hofer, 123rf de)

Experten vom Tierschutz wie auch Profi-Ausbilder fordern von Hundehaltern Nachweise für verantwortungsvolle Haltung und von der Politik mehr Freilauf-Flächen für die Vierbeiner im Stadtgebiet. Im vergangenen Jahr landeten 235 Hunde im Augsburger Tierheim. Die meisten nach Schicksalsschlägen wie Krankheit, Trennungen oder Armut ihrer Besitzer, weiß die Vorsitzende Sabina Gassner aus Erfahrung. Ein Interview über die aktuelle Lage.



Augsburg Journal: Gibt es gerade eher mehr oder weniger Hunde ohne Besitzer?
Sabina Gassner: Die Zahl der Hundehalter nimmt zu und die Zahl der Haushalte mit Überbelegung durch Tiere auch. Davon sind immer wieder auch Hunde betroffen. Aktuell haben wir 39 Hunde, davon 13 in Pflege, das heißt, der Hund bleibt dann im Eigentum des Tierschutzvereins, lebt aber in einem Privathaushalt.
AJ: Welche Anforderungen muss man erfüllen, um einen Hund aus dem Tierheim zu bekommen?
Gassner: In jedem Fall sollte man sich erstmal genügend Zeit nehmen. Alle Hunde haben eine Trennung hinter sich, und wir wollen einen dauerhaften und guten Platz für jedes Tier finden. Dazu muss die Person oder Familie das Tier gut kennenlernen, am besten in verschiedenen Situationen wie zum Beispiel beim Spielen und Spazierengehen. Außerdem müssen ernsthafte Interessenten nachweisen, dass Hundehaltung in ihrer Wohnung bzw. ihrem Haus erlaubt ist. Entweder sind sie selbst Eigentümer oder sie bekommen die schriftliche Erlaubnis des Vermieters. Jeder Interessent muss Angaben zu seiner Wohnung, Vorerfahrung, zeitlichen Möglichkeiten und Familienverhältnissen machen – ob es beispielweise Babys oder Kleinkinder im Haushalt gibt. Wir besuchen die Interessenten vor einer Übergabe, um zu schauen, ob die Angaben richtig und plausibel sind.
AJ: Gibt es auch finanzielle Voraussetzungen?
Gassner: Wer sich einen Hund zulegen will, sollte sich finanziell alles Notwendige – Tierarzt, Hundesteuer, Versicherungsprämie – leisten können. Das können durchaus Gesamtkosten von 2.000 Euro im Jahr sein. Einen Einkommensnachweis verlangen wir allerdings nicht. Das kann sich ja auch schnell ändern.
AJ: Ist Augsburg aus Ihrer Sicht eine gute Stadt fürs Hundeleben?
Gassner: Unser Vorsitzender Heinz Paula appeliert immer wieder an die Stadt, sie möge Freilaufflächen für Hunde im Stadtgebiet ausweisen, weil die Tiere miteinander spielen und toben wollen. Wir würden uns auch einen Hundeführerschein als Nachweis über Kenntnisse und die Bereitschaft zu guter Hundehaltung wünschen. Wie in München könnten solche vorbildlichen Hundebesitzer ein Jahr von der Hundesteuer befreit werden.

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