Zehn magere Jahre

Sparplan für das Klinikum Das Klinikum Augsburg muss weiter einen harten Sparkurs fahren. Das sieht ein neuer Zehn-Jahres-Plan vor. Foto: Anastasia Trifanova

Die Träger des Klinikums, Stadt und Landkreis Augsburg, bleiben ihrer Linie treu: Die Universitätsklinik in spe muss weiter sparen. Ein neuer Zehn-Jahres-Plan sieht unter anderem auch Einschnitte beim ärztlichen Personal vor.

Das Klinikum Augsburg steckt mitten im großen Umbruch: In der neu errichteten Kinder- und Jugendklinik ist längst der Krankenhausalltag eingekehrt, im Haupthaus geht die Generalsanierung Schritt für Schritt weiter - zuletzt mit der Inbetriebnahme des neuen OP-Traktes - und in München sind die Weichen unverrückbar auf Uniklinikum gestellt worden. Ein altes Problem ist das Klinikum damit nicht los geworden: das Defizit. 2014 machte das Krankenhaus Verluste in Höhe von 4,5 Millionen Euro. Mit einem Sparplan, ausgelegt auf zehn Jahre, soll gegengesteuert werden. Ende Juli hat der Verwaltungsrat diesen Plan bereits einstimmig beschlossen.

"Die Krankenhäuser werden von der Gesundheitspolitik leider nicht in dem Maße unterstützt, wie es deren Auftrag, die bestmögliche medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, zukäme", rechtfertigt das Klinikum den Sparkurs. Die Krankenhausreform 2016 werde zum jetzigen Entwurfsstand die Probleme in deutschen Krankenhäusern "nicht nur nicht lösen, sondern vielmehr verschärfen". Dies gelte insbesondere für die Notaufnahmen und betreffe auch das Klinikum Augsburg. "Deshalb ist es wichtig, das Haus fit für die Zukunft zu machen und wirtschaftlich gut aufzustellen", so das Klinikum. Ein Gutachten, in dem das Krankenhaus mit anderen Großkliniken verglichen wird, bescheinigt dem Klinikum zu hohe Personalkosten im Ärztlichen und dem Medizinisch-Technischen Dienst.

Der Sparplan nun "sieht in der Tat Personalanpassungen und Rationalisierungsmaßnahmen vor, die dem Klinikum Augsburg langfristig etwa zehn Millionen Euro sparen sollen", wie Klinikumssprecherin Ines Lehmann erklärt. So sollen in 2016 sechs bis sieben - durch Fluktuation frei werdende - der insgesamt 730 Arztstellen nicht wiederbesetzt werden. Zudem soll aber im Bereich der Pflege aufgestockt werden. "Hier wird es zu einer internen Umschichtung kommen." In diesem Bereich hatte der Vergleich mit anderen Krankenhäusern gezeigt, dass das Klinikum hier zu wenig ausgibt.

Als Grund für die steigende Unterfinanzierung nennt das Klinikum insbesondere die jährlichen Tarifsteigerungen beim Personal, "die von den Krankenkassen nur teilweise gegenfinanziert werden". Selbstverständlich beinhalte der Zehn-Jahres-Plan aber nicht nur den Punkt Personal, sondern verschiedene Ansatzpunkte, um etwa nicht notwendige Vorhalte- oder Prozesskosten zu senken. Wie der Sparplan in der konkreten Umsetzung aussehen könnte, hatte zuletzt die Schließung der hauseigenen Wäscherei gezeigt. Möglicherweise ereilt auch die Küche oder den Reinigungsservice das gleiche Schicksal.
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