Zoo Augsburg: Acht Millionen Euro für die Elefanten

Ein neues Zuhause sollen die Elefanten im Augsburger Zoo bekommen. An der Finanzierung hapert's noch. Foto: Archiv

Ein echtes Mammutprojekt plant der Augsburger Zoo für seine Elefanten. Acht Millionen Euro sollen investiert werden, um den Dickhäutern ein neues Haus samt Anlage zu bauen. Das Haus brauche der Zoo dringend, doch die Finanzierung macht Probleme.

Sie ist einer der ältesten Zoo-Elefanten weltweit: Das asiatische Weibchen Targa ist bereits 60 Jahre alt. Das ist das obere Limit der durchschnittlichen Lebenserwartung der Tiere. Auch wenn es schon Exemplare gegeben hat, die es weit über die 80 schafften, muss der Zoo sich bald darauf einstellen, dass Targa stirbt. Ihre Gefährtin Burma wäre dann alleine.

Und darin liegt die Krux für den Zoo: Eine Einzelhaltung ist nicht artgerecht und eine weitere Elefantendame kann nicht hinzugeholt werden. Dafür entspricht das Gehege des Zoos nicht mehr den Vorschriften.

Somit führe um einen Neubau kein Weg herum, erklärte Zoodirektorin Barbara Jantschke in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses der Stadt Augsburg. Auf acht Millionen Euro würden Experten die Kosten des Projekts schätzen. Geld von der Stadt könne sie jedoch nicht erwarten, erteilte ihr Umweltreferent Rainer Erben (Grüne) eine Absage - auch wenn der Zoo eine Tochtergesellschaft der Stadt ist. Der Haushalt der Stadt ist nun einmal auf Kante genäht, wie Finanzbürgermeisterin Eva Weber bereits während der Präsentation des Entwurfes betonte.

Die Hoffnung Jantschkes liegt nun auf dem sogenannten Life-Fonds der EU. 3,6 Millionen Euro sollen an Fördermitteln herausspringen. Das aber wiederum würde bedeuten, dass die Zeit drängt. In den Auflagen für die europäischen Zuschüsse heißt es nämlich, dass der Bau dann noch in diesem Jahr starten müsste.

Das restliche Geld möchte Jantschke einerseits mit Eigenanteil des Zoos (rund eine Millionen Euro), einer Spendenaktion (soll zwischen 500 000 und 1,5 Millionen Euro einbringen) und einem Darlehen aufbringen. Je nachdem, wie viel Geld aus den anderen Quellen fließt, wird sich dieses auf 1,9 bis sieben Millionen Euro belaufen.

Sollte auch der Zoo-Aufsichtsrat Grünes Licht geben, würde der Bau des neuen Gebäudes inklusive weitläufigen Freibereichs - beides übrigens getrennt von den Elefantenbullen nur für die Kühe nutzbar - wohl 2017 abgeschlossen sein.

Für weitere Fragen - etwa dazu, was passiert, sollte das Gebäude nicht finanziert werden können, oder zu Bedenken von Tierschützern - war Zoodirektorin Barbara Jantschke trotz mehrerer Versuche seitens der Redaktion leider nicht verfügbar.
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