Zoo: Neues Zuhause für pelzige Wassertiere

Einen Wasserlauf und viel Platz zum Schwimmen gibt es in der neuen Anlage für die Biber und Otter.
 
Nashornbaby Keeva grast mit Mutter Chris.

Ein kleiner Wasserlauf, viel Fläche zum Planschen und ein gemütliches Plätzchen im Inneren – die Biber und Fischotter, die vor Kurzem in ihre neue Anlage im Augsburger Zoo eingezogen sind, gewöhnen sich zur Zeit an ihr neues Zuhause. Der Zoo unterdessen hat am Mittwoch das Otter- und Biber-Gehege feierlich in Empfang genommen. Neben den heimischen Wassertieren gibt es derzeit aber noch weitere Attraktionen im Tierpark. Und auch für die Zukunft hat Zoodirektorin Barbara Jantschke große Pläne.

Noch bis zum Vorabend sei hier fleißig gewerkelt worden, erzählt Jantschke. „Doch nun ist zumindest auf den ersten Blick alles fertig.“ Die Zoodirektorin steht vor der neuen, rund 1000 Quadratmeter großen Otter- und Biber-Anlage, die sie kurz zuvor per Handschlag vom Freundeskreis des Augsburger Zoo entgegen genommen hat. Rund 600 000 Euro hat der Freundeskreis für das Gehege aufgetrieben.
Die Biber und Fischotter sind bereits eingezogen. Während die zwei Biber aus einem privaten Garten abgegeben wurden, stammen die beiden Otter aus dem Zoo Zürich. Zu sehen sind die Tiere allerdings noch nicht. Zum einen sind sie nachtaktiv und zum anderen müssen sie sich in ihrem neuen Zuhause erst einleben und verstecken sich im Inneren des Gebäudes, das mittig zwischen den beiden Außenanlagen steht. Neben den Schlafboxen für die Tiere finden sich dort auch drei große Aquarien mit heimischen Fischen.
„Mit der neuen Anlage greifen wir das Thema Wasserstadt Augsburg auch im Zoo auf“, erläutert Jantschke. „Und wir wollen, dass die vielen Kinder aus der Stadt, die uns besuchen, auch die heimischen Tierarten kennenlernen.“
Dass der Zoo seinen Bildungsauftrag ernst nimmt, lobt auch Oberbürgermeister Kurt Gribl. „13 000 bis 15 000 Menschen haben im vergangenen Jahr eine der Zooführungen mitgemacht.“ Überhaupt hätten die Besucherzahlen 2015 mit 582 000 den zweitbesten Wert in der Geschichte des Zoos erreicht. „Gehege wie die neue Otter- und Biber-Anlage bringen dem Zoo Attraktivität“, so Gribl. „Und schon der Hype um die Nashornbabys hat gezeigt: Man braucht Attraktionen.“
Die beiden kleinen Nashörner Kibo und Keeva ziehen seit Monaten zahlreiche Besucher in den Zoo. Es sind die ersten Nashornbabys überhaupt, die im Zoo Augsburg zur Welt gekommen sind. Während Keeva bei ihrer Mutter, der Nashornkuh Chris, aufwächst, wird der kleine Kibo mit der Flasche aufgezogen. Seine Mutter Kibibi weigerte sich, ihn zu säugen. „Auch wenn die Besucherzahlen am meisten vom Wetter abhängen, sind die Nashornbabys als Attraktion ganz oben“, ist Jantschke überzeugt. So sähen auch die Besucherzahlen in den ersten Monaten des Jahres 2016 nach einem neuen Rekordwert aus.
Um die Attraktivität des Zoos weiter zu steigern, soll es schon 2017 wieder Giraffen zu sehen geben. Vielen Besuchern fehlen die großen Tiere im Afrika-Panorama. Giraffendame Tanisha hat der Zoo im März des vergangenen Jahres abgegeben. Sie war nach mehreren Todesfällen als einzige Giraffe übrig geblieben und in die veraltete Anlage sollten keine neuen Tiere geholt werden. Nun aber hat der Zoo beschlossen, das Projekt Giraffen doch nicht aufzugeben. „Wir wollen noch in diesem Jahr mit dem Anbau und Umbau der Anlage beginnen“, freut sich Jantschke.
Umgebaut werden soll auch das Elefantenhaus. „Momentan sind wir noch in der Phase, in der wir Kleinspenden von Privatleuten sammeln“, erklärt die Zoodirektorin. „Der nächste Schritt ist dann, Unternehmen als Sponsoren zu gewinnen.“ Momentan warte der Zoo aber noch darauf, dass der Förderantrag der EU genehmigt würde. Da die Elefantenanlage Teil eines Umweltbildungskonzeptes werden soll, hofft der Zoo auf entsprechende Fördergelder. Denn rund acht Millionen Euro sind allein über Spenden und Sponsoren nicht so leicht aufzutreiben. Ein neues Zuhause für die Dickhäuter wird es also in naher Zukunft wohl nicht geben.

Kristin Deibl
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