Zwischenbilanz: Ein gut besuchter und friedlicher Osterplärrer

Die mehrspännigen Pferdewagen gehören zum Festumzug des Herbstplärrers wie das Bier zum Bierzelt. Seit dem 7. April gibt es deshalb den "Förderverein für Brauchtum", der sicherstellen soll, dass der Umzug auch weiterhin wie gewohnt stattfindet. Foto: Clarissa Beck (Archiv)


Beim Plärrertreff zogen Schausteller, Festwirte, Stadt Augsburg, Feuerwehr, Rotes Kreuz und Polizei eine erste Zwischenbilanz zum diesjährigen Osterplärrer. Thema ist auch der "Förderverein für Brauchtum", der für den Fortbestand des Festumzuges beim Herbstplärrer sorgen soll.

Der Plärrer 2015 laufe bisher sehr gut, resümierte Ordnungsreferent Dirk Wurm in seiner kurzen Begrüßungsrede. Es sei das Ziel der Stadt, das Volksfest generationsübergreifend und familienfreundlich zu gestalten. Wurm nahm damit Bezug auf die Vorwürfe einer Frau, deren Reservierung im Bierzelt in den Abendstunden kürzlich abgelehnt wurde, weil sie ihren Sohn im Kleinkindalter mitnehmen wollte. Der Festwirt hatte seine Ablehnung damit begründet, dass Kleinkinder zu dieser Zeit im Zelt nichts verloren hätten. Wurm lobte besonders die vielen schön angelegten Biergärten auf dem Plärrer, in denen Kinder abends nicht der lauten Musik ausgesetzt wären. "Alle Beteiligten leisten einen guten Job. Bisher gab es kaum Klagen", war sein Fazit.

Schausteller-Chef Josef Diebold schloss sich dieser Meinung an: Alle seien sehr zufrieden. Es gebe kleine Wünsche und Anregungen, was man besser machen könne, doch das sei immer der Fall. Sehr zufrieden zeigte sich auch der leitende Polizeidirektor Werner Bayer. Ein besonders Lob wolle er den Mitarbeitern der Security aussprechen, denn trotz des großen Andrangs habe es bislang keine Probleme gegeben.

Nicht ganz zufrieden war er dagegen mit dem Taxibetrieb: Viele Fahrer würden auf der Langenmantelstraße wild Fahrgäste aufnehmen. Er wies darauf hin, dass Besucher, die ein Taxi nehmen wollen, doch die Badstraße ansteuern sollen. Insgesamt sei es auf dem diesjährigen Osterplärrer zu sechs Körperverletzungen gekommen, sechs Autos hätten abgeschleppt werden müssen und einige falsche Fünfziger seien in Umlauf gewesen. "Bei der Vielzahl der Besucher ist es dennoch ein friedlicher und angenehmer Plärrer", zog er Bilanz.

Zum selben Ergebnis kam der leitende Branddirektor Frank Habermaier: "Es ist ein ruhiger, positiver Plärrer, ohne erwähnenswerte Vorkommnisse." Ein großes Lob sprach er den Zeltbetreibern aus, die sich als sehr lernfähig erwiesen hätten. Bis auf ein paar schwarze Schafe, gebe es in diesem Jahr auch hier keine Probleme.

Michael Gebler, Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes in Augsburg, empfand den Plärrer bisher ebenfalls als ruhig. 76 Menschen habe Erste Hilfe geleistet werden müssen. Darunter seien fünf Jugendliche unter 17 Jahren gewesen, die wegen übermäßigen Alkoholkonsums behandelt worden wären.

Förderverein für Brauchtum

Werner Kaufmann, Leiter des Amtes für Verbraucherschutz und Marktwesen, bestätigte, dass 18 Personen in der vergangenen Woche einen Verein gegründet hätten, durch den der Festumzug des Herbstplärrers abgesichert werden soll. Er freue sich, dass OB Kurt Gribl als Vereinsvorsitzender zur Verfügung stehe. Der Umzug habe eine große Bedeutung für die Menschen und deshalb solle sein Fortbestand durch die Vereinsgründung gesichert werden.

Stellvertretender Vereinsvorsitzender ist Ordnungsreferent Dirk Wurm. Mit im Vorstand des Vereins sind außerdem Andreas Schlachta, Organisator des Umzuges, Stadträtin Hedwig Müller, Reinhold Kempter vom Festzelt Binswanger sowie die Schausteller-Chefs Josef Diebold und Bruno Noli. Als Kassenwart wurde Ulrich Wagner eingesetzt, Stadtrat Günter Göttling fungiert als Revisor und Werner Kaufmann selbst übernimmt die Aufgabe des Schriftführers. Bei der Gründung des Vereins waren des Weiteren Dieter Bartl, ehemaliger Organisator des Festumzuges, Max Lenz von Hasenbräu und die Festwirte Dieter Held und Edmund Diebold dabei.
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