88 Kinder in der Augsburger Innenstadt ohne Betreuungsplatz: Elterninitiative nimmt Stadtspitze in Pflicht

Im Sommer vergangenen Jahres machten enttäuschte Eltern bei einer Stadtteilbegehung mit Sozialreferent Stefan Kiefer auf ihre Situation aufmerksam.
Seit nunmehr drei Jahren kämpft die Elterninitiative St. Anna für einen Ersatzstandort für die geschlossene Kita am Diako. Vor zwei Jahren, im Sommer 2014, machte die Einrichtung endgültig dicht. Seither ist das innerstädtische Stadtjägerviertel kita-freie Zone. Die Eltern hoffen nun auf eine Lösung und nehmen Oberbürgermeister Kurt Gribl in die Pflicht.

Ob Klinkerberg, Kesterstraße oder nördlich des Plärrerbads: Zahlreiche Alternativen waren seit 2013 – als bekannt wurde, dass der evangelische Träger die Räume anderweitig nutzen möchte – im Gespräch. Doch alle vermeintlichen Lösungen lösten sich in Luft auf. Die Elterninitiative spricht von „sich dramatisch zuspitzenden Zahlen der fehlenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten“.

Jugendamtsleiterin Sabine Nölke-Schaufler hätte dies nun bestätigt: „Im Moment sind allein in der Innenstadt 88 Kinder ohne Betreuungsplätze gemeldet“, so zitiert die Elterninitiative aus einem Gespräch. Dazu komme, dass sich zahlreiche Eltern nach einer Betreuungsplatzabsage nicht an ihre verantwortlichen Stützpunkte der Jugendhilfe wenden. Es sei deshalb anzunehmen, dass die tatsächliche Anzahl der unbetreuten Kinder weit höher ist.


Alternativstandort: Stichtag 2. August?


Einen „langersehnten Termin“ mit Oberbürgermeister Kurt Gribl hatte die Elterninitiative Anfang Juni. Bis zu Beginn der Sommerferien wolle er die Ergebnisse seiner persönlichen Bemühungen präsentieren, habe das Stadtoberhaupt versichert. Als Stichtag nennt Verena Hörmann von der Elterninitiative den 2. August.


Grundschule St. Anna: Betreuung im Keller


In den drei Jahren habe man feststellen müssen, dass für Kinder und Familien im Innenstadtbereich vieles im Argen liege, sagt Hörmann; etwa die bauliche und räumliche Situationen an Grundschulen und die „nicht annähernd ausreichende Mittags- und Nachmittagsbetreuung“.

An der St. Anna Grundschule gegenüber dem Augsburger Stadttheater findet die Betreuung in Kellerräumen statt, die Elias Holl Grundschule, die eigentlich für acht Grundschulklassen ausgelegt ist, beherbergt im Moment 17 Klassen. Verena Hörmann und ihre Mitstreiter hoffen nun, dass eine Lösung für St. Anna die Situation im Stadtzentrum etwas entschärft.

Nach dem Gespräch mit dem OB sind die Eltern zumindest vorsichtig optimistisch.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.