AfD-Vorstand spaltet sich auf

Sechs Amtsträger aus dem AfD-Kreisvorstand haben gestern ihren sofortigen Rücktritt von ihrem Amt und Austritt aus der AfD erklärt. Unter anderen wolle Stadtrat Marc Zander den Kurswechsel der AfD nicht mittragen. Auch der ehemalige Bundestagskandidat Thomas Eisinger und der Ex-Stadtrat Alexander Bolkart haben die Partei verlassen.

Diese Mitglieder finden sich nach eigener Aussage in der AfD nach dem Bundesparteitag in Essen nicht wieder. Thomas Lis, Fraktionsvorsitzender, hat bereits am Tag nach dem Bundesparteitag sein Rücktritt verkündet. Als stellvertretender Landesvorstand habe er aber noch einige Verpflichtungen und werde deswegen erst im Laufe des Sommers von seinem Amt im Landesvorstand zurücktreten. Sein Austritt begründet Lis nicht allein aufgrund der Wahl von Petry, sondern vor allem, weil sich Teile der AfD-Basis radikalisiert hätten. "Man kann natürlich den Vorsitzenden einer Partei abwählen. Ihn aber zu beleidigen, nieder zu schreien und zu verhöhnen: Das zeugt von einer zutiefst verkommenen politischen Kultur", kritisiert Lis. In welcher Konstellation die Fraktion weiter arbeiten werde, wird momentan geklärt. Die Mandate werden von keinem der Stadträte zurückgegeben, "jeder steht hinter den politischen Zielen, wegen derer er gewählt wurde, und ist sich seiner Verpflichtung gegenüber seinem Wähler bewusst", so die Stellungnahme der ehemaligen AfD-Mitglieder.
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