Antrag im Landtag: Wird das Theater Augsburg doch noch ein Staatstheater?

Das Augsburger Stadttheater als Staatstheater? Das zumindest möchte die Landtagsfraktion der Freien Wähler prüfen lassen.

Die Landtagsfraktion der Freien Wähler möchte das Augsburger Stadttheater in ein Staatstheater umwandeln lassen. Sie hat dazu einen Antrag eingereicht, über den der Ausschuss für Wissenschaft und Kunst des Landtags am Mittwoch abstimmen wird. Doch das Ansinnen hat wohl nur schmale Erfolgsaussichten.

"Die Staatsregierung wird dazu aufgefordert, zu überprüfen, inwiefern die Überführung des Stadttheaters Augsburg in ein staatlich geführtes Theater als gangbarer Weg erscheint", heißt es in dem Antrag der Fraktion.

Die Freien Wähler begründen ihre Forderung damit, dass Augsburg künftig als Metropole eingestuft wird. "Damit kommt der Fuggerstadt aus landesplanerischer Sicht derselbe Status zu, wie der Stadt Nürnberg und der Landeshauptstadt München", schreibt die Fraktion. Damit erkenne die Staatsregierung "die herausragende zentralörtliche Bedeutung Augsburgs für den gesamten Regierungsbezirk Schwaben und darüber hinaus an".

Augsburg nehme ein immenses überregionales Aufgabenspektrum wahr, finden auch die Freien Wähler: "Weit über die Stadtgrenzen und ihr Umland hinaus, wirkt die Stadt als Katalysator für den bayerischen Wirtschafts- und Lebensraum. Als drittgrößter Siedlungsschwerpunkt in Bayern kommt Augsburg eine signifikante Bedeutung für eine positive Fortentwicklung des gesamten Freistaates zu."

Die engagierten Maßnahmen der Landespolitik gegenüber der Stadt Augsburg sollen daher weitergeführt und ausgebaut werden. "Dies beinhaltet aber auch die Überprüfung der Möglichkeiten, inwiefern das Stadttheater in einen staatlichen Betrieb überführt werden kann, sodass die schwäbische Bezirkshauptstadt ihrer neuen Rolle als dritte Metropole Bayerns im Vergleich zu den Städten München und Nürnberg gerecht werden kann", schlussfolgert die Partei daraus.

Auch verweisen die Freien Wähler darauf, dass sich die Bedeutung Augsburgs unmittelbar in der bevorstehenden Etablierung einer Universitätsklinik widerspiegelt. Doch eben darin könnte ein Hindernis für ein Staatstheater liegen. Es ist unwahrscheinlich, dass der Freistaat zusätzlich zur Klinikumsumwandlung und der bereits bestehenden Staatsbibliothek eine weitere Einrichtung der Stadt übernimmt.

Zumal die auf rund 190 Millionen Euro Gesamtkosten angesetzte Theatersanierung ohnehin mit dem Spitzenfördersatz von mehr als 56 Prozent gefördert wird. Das entspricht 107 Millionen Euro. Käme es zu einer Umwandlung, würde der Freistaat nicht nur die komplette Sanierung stemmen, sondern künftig auch für die Betriebskosten des Dreispartenhauses aufkommen.
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