Asyl: Stadt stellt Bildungsfragen

Die Augsburger Stadtregierung will die Aufgaben, die sich mit der steigenden Zuwanderung von Asylbewerbern stellen, referatsübergreifend angehen. Deshalb haben sich die „Stadtminister“ in einer Klausur mit der ersten Phase „Von der Zuwanderung bis zum abschließenden Asyl-Verfahren“ auseinandergesetzt und ein gemeinsames Verfahrensprogramm entwickelt.

Gefordert seien in erster Linie das Sozialreferat, das Referat für Integration, das Bildungsreferat und das Ordnungsreferat. „Mit Sozialreferent Stefan Kiefer sowie den Referenten Reiner Erben, Hermann Köhler und Dirk Wurm ist gewährleistet, dass wir die großen Herausforderungen wie Unterbringung, Beschulung und Integration von Menschen mit Bleiberecht in die Stadtgesellschaft koalitionsübergreifend angehen und meistern“, so OB Kurt Gribl.

Derzeit leben laut Stadt in Augsburg rund 3300 Asylbewerber in unterschiedlichen Einrichtungen, Wohnungen und Pensionen über fast das ganze Stadtgebiet verteilt. Die wöchentliche Zuweisungsquote durch die Regierung von Schwaben liege derzeit bei 60 Asylbewerbern – Tendenz steigend. Ihre Unterbringung, aber auch die Beschulung der Kinder und Jugendlichen sowie der Spracherwerb seien aktuell die bestimmenden Themen in der Asylthematik.

Mit zu den drängendsten Problemen, die gelöst werden müssten, gehöre die zunehmende Raumnot und der steigende Personalmangel im Schulbereich. Allein von Juli bis November sei die Zahl der Übergangsklassen im Grund- und Mittelschulbereich von 24 auf 41 gestiegen. Schulreferent Hermann Köhler verweist darauf, dass maximal noch acht freie Räume zur Verfügung stünden. Ob eigens Pavillons oder andere Beherbergungsmöglichkeiten aufgestellt werden müssten und wer sie finanziere, sei noch offen. Ein ähnliches Bild zeige sich im Bereich der Berufsschulen, wo die Zahl der berufsschulpflichtigen Migranten und Flüchtlinge deutlich gestiegen sei. Erforderlich seien hier eine verstärkte Sprachförderung und sozialpädagogische Betreuung, um Sprachdefizite auszugleichen, damit die jungen Leute die erforderliche Ausbildungsreife erlangen.

Um Abhilfe zu schaffen, schlägt der Bildungs- und Schulreferent ein Sonderprogramm „Schulräume für Migranten und Flüchtlinge“ im Haushalt 2016 vor, ebenso mehr Mittel für Anmietungen aber auch eine flexible Handhabe bei der Neueinstellung von Lehrern für die kommunalen Schulen. Zudem müsse, so Köhler, das Hochbauamt sofort beauftragt werden, für drei Schulstandorte entsprechende Planungen und Bauvoranfragen voranzutreiben. (pm)
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