Asylsuchende - nur nicht ins Gymnasium

Dass die Turnhalle (rechts) des nagelneuen Schmuttertal-Gymnasiums in Diedorf zur Asylunterkunft werden könnte, mag sich Diedorfs Bürgermeister Peter Högg gar nicht vorstellen. Er sucht nach Alternativen, um auf die Belegung mit Flüchtlingen verzichten zu können. (Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek)
Die Turnhalle des Schmuttertal-Gymnasiums in Diedorf steht an zweiter Stelle im Landkreis für die Unterbringung von Flüchtlingen. Der Diedorfer Bürgermeister Peter Högg will deren Belegung vermeiden und sucht nach Alternativen.

Am täglichen Kampf, neu ankommende Asylbewerber unterzubringen, kommt inzwischen fast keine Gemeinde mehr vorbei. Erst kürzlich sah der Landkreis keine andere Möglichkeit, als die Schulturnhalle der Staatlichen Realschule in Neusäß für eine längerfristige Unterbringung von Asylsuchenden vorzubereiten. Kopfzerbrechen bereitet dem Diedorfer Bürgermeister Peter Högg, dass die Turnhalle des neu eröffneten Schmuttertal-Gymnasiums nach der Schulturnhalle in Neusäß an zweiter Stelle steht, um dort Flüchtlingen Unterkunft zu gewähren.
„Ich will diesen Gedanken gar nicht weiterführen“, ist Högg entsetzt und sucht dringend nach Alternativen, um dies zu verhindern. Er möchte dem Landkreis verschiedene Alternativen offerieren, damit dieser auf die Halle verzichtet. „Einige Dinge sind im Gespräch, die aber noch nicht spruchreif sind“, gibt Högg die Hoffnung nicht auf. Er sucht kleine Wohneinheiten in den Ortsteilen. Seiner Meinung nach muss die Belastung allgemein im Landkreis gleichmäßiger verteilt werden. Es darf keine Kommune in der Frage der Flüchtlingsunterbringung unbegrenzt belastet werden. Deshalb fordert Högg, dass endlich alle 46 Kommunen im Landkreis eingebunden werden.

„Da gibt es noch einigen Nachholbedarf“, meint Högg und nennt Gessertshausen, Stadtbergen, Neusäß und Aystetten, die nur wenige bis gar keine Flüchtlinge bisher untergebracht haben. Das will er nicht akzeptieren.
Auch der Vorschlag seines Amtskollegen aus Neusäß, Richard Greiner, kann ihn nicht überzeugen. Dieser bot an, auf einem städtischen Grundstück an der Dammstraße im Neusässer Ortsteil Vogelsang, das an die Marktgemeinde Diedorf grenzt, gemeinsam zu handeln. Dieser Vorschlag allerdings kommt bei Högg nicht gut an. Er hält das Grundstück für ungeeignet. Während Greiner hier eine gute Möglichkeit sieht, für Flüchtlinge Unterkünfte aufzubauen und in einer in der Nähe liegenden Bushaltestelle sowie zahlreichen Einzelhandelsgeschäfte auf dem nahen Gemeindegebiet Diedorfs gute Lebensbedingungen für Asylanten sieht, lehnt Högg diese Möglichkeit kategorisch ab. „Der Platz ist völlig abgelegen, liegt unmittelbar neben unserem Wertstoffhof. Daraus würde eher eine Art Ghetto entstehen“, ist seine Meinung. Auch die Verkehrsanbindungen sind seiner Meinung nach nicht ideal. Die Bushaltestelle ist ein ganzes Stück entfernt, alternativ müssten die Asylbewerber bis zum Bahnhof Diedorf laufen.

„Möglichst weit weg von der Stadt“, ist hier die Devise von Neusäß, ist Höggs Eindruck. Immerhin hat Neusäß Ähnliches auf der grünen Wiese an der Grenze zum Augsburger Stadtteil Bärenkeller vor. „Wir versuchen die Leute in unserer Kommune zu integrieren, nicht an den Stadtrand zu setzen, weit weg von jeglicher Bebauung. Diese Co-Operation würde allein unsere Gemeinde belasten. Hier gibt es kein Zusammenkommen“, erklärt Högg.
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